DIe B276 zwischen Laubach und Schotten zählt zu den "Hotspots", was Unfälle mit Bikern angeht. Als weiterer Beitrag, schwere Verletzungen zu vermeiden, werden nun Kurvenleittafeln aus Kunststoff montiert.
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DIe B276 zwischen Laubach und Schotten zählt zu den »Hotspots«, was Unfälle mit Bikern angeht. Als weiterer Beitrag, schwere Verletzungen zu vermeiden, werden nun Kurvenleittafeln aus Kunststoff montiert.

B276

Motorrad-Unfälle: Behörden behalten „Hotspot“ im Kreis Gießen im Blick

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Pandemiebedingt sind das Verkehrsaufkommen und die Zahl der Unfälle rückläufig. Auch jene mit Beteiligung von Motorradfahrern. Die Biker aber zieht es jetzt wieder hinaus, auch auf die B276 bei Laubach, einer der Unfallschwerpunkte im Landkreis. Dort setzen die Behörden nun eine weitere Maßnahme für mehr Sicherheit um.

Kreis Gießen - Traditionell zum 1. April endet für viele Motorradfahrer der »Winterschlaf«, geht es wieder raus auf die Piste. Spielt ihnen auch noch Petrus in die Karten, wie dieses Jahr der Fall, ändert sich das Bild auf den Straßen der Republik. Vor allem natürlich auf den bei Bikern beliebten Strecken, die landschaftlich oder fahrerisch reizvoll sind. Der Abschnitt der B276 zwischen Laubach und der Kreisgrenze bei Schotten bietet beides, ist dafür bundesweit bekannt. Ebenso jedoch wegen seiner Gefahren. Die Statistik weist für die rund acht Kilometer gleich vier Unfallschwerpunkte aus.

Die jüngsten Zahlen zu Motorradunfällen stammen noch aus 2019, die Auswertung für das vergangene Jahr brauche noch einige Zeit, bittet Jörg Reinemer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen, um Verständnis. Erkennbar sei aber eine rückläufige Tendenz.

Kreis Gießen: Viele Motorrad-Unfälle auf B276

Der Kreis Gießen dürfte sich damit nicht vom Hessen-Trend unterscheiden. Hier liegen die Daten bereits vor, laut Straßenbauverwaltung ging 2020 die Zahl aller Verkehrsunfälle um 18 Prozent, jene mit Beteiligung von Motorradfahrern um neun Prozent zurück. Aber: »Die Zahl der tödlich verunglückten Biker blieb in etwa konstant zum Vorjahr.«

Für die B276 hatte das Jahr 2019 einen Anstieg der Zweiradunfälle gebracht: Drei Menschen starben, elf wurden schwer verletzt. Der höchste Wert im Fünfjahresvergleich; 2015 und 2017 war jeweils ein Toter zu beklagen gewesen. »Die Unfälle passierten vorwiegend zwischen Freitag und Sonntag«, teilt dazu Reinemer noch mit.

Dessen Kollegen werden auch dieses Jahr wieder in Sachen Prävention die B276 in den Fokus nehmen, der erste von mehreren Aktionstagen fand bereits am vergangenen Wochenende statt. Neben Aufklärung der Fahrer, das machte der Polizeisprecher deutlich, werde es regelmäßige Kontrollen an den »Hotspots« geben. Dabei nähmen die Beamten primär Raser in den Blick und werden konsequent gegen sie vorgehen. »Sie machen zwar einen eher geringen Anteil aus, kommen aber im Verhältnis für viele schwere Unfälle infrage.« Reinemer verwies im Übrigen auf Aktionen, die in diesem Jahr in Partnerschaft mit dem Auto-Club-Europe anstehen. Hervor hob er dabei das Sicherheitstraining am 8. Mai in Rauschenberg. Mit dabei werden ausgebildete Trainer der Polizei sein. Nicht zu vergessen sei die Kampagne der Polizei Hessen, Motto »Du hast es in der Hand«.

Motorrad-Unfallstrecke B276 bei Laubach: Auch bauliche Maßnahmen

Bereits im Vorjahr hatte Hessen Mobil auf der B276 eine Reihe von Maßnahmen veranlasst, die die Sicherheit der Zweiradfahrer erhöhen: Installation weiterer Unterfahrschutzelemente an Leitplanken, Sperrung von »Applaus-Parkplätzen«, Aufbringen markanter Mittelmarkierungen, Tempo 60 km/h an den vier unfallträchtigsten Stellen.

Hinzu kommt jetzt, dass die Kurvenleittafeln aus Metall durch solche aus Kunststoff ersetzt werden, wie Pressesprecherin Sonja Lecher sagte. In kritischen Kurven ohne Schutzplanken kommen die zum Einsatz. Da flexibel, sollen sie schwere Verletzungen bei Motorradunfällen weiter reduzieren. »Wir beobachten nun, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen«, sagte Lecher. Die noch allzu oft als Rennstrecke missbrauchte B 276 gerät also so schnell nicht aus dem Blick der Behörden.

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