Dass an Weihnachten mehr Menschen zu Hause sind, könnte zu einem höheren Absatz an Weihnachtsbäumen führen. SYMBOLFOTO: DPA
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Dass an Weihnachten mehr Menschen zu Hause sind, könnte zu einem höheren Absatz an Weihnachtsbäumen führen. SYMBOLFOTO: DPA

Bedürfnis nach Gemütlichkeit

  • vonLena Karber
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Gießen(lkl). Der Lockdown läuft - doch alle, die sich zunächst panisch gefragt hatten, wo sie noch einen Weihnachtsbaum herbekommen, konnten aufatmen: Entsprechende Verkaufsstellen dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Das freut auch die Weihnachtsbaumverkäufer hierzulande, die nun mit einem guten Geschäft rechnen. Denn bislang zeigt der Trend eher nach oben.

"Ich denke, es gibt einige Leute, die jetzt einen Baum kaufen, obwohl sie sonst keinen haben, weil sie woanders feiern", vermutet Sabine Leib vom gleichnamigen Betrieb in Wettenberg. Gleichzeitig seien die großen Bäume an Geschäfte und Kirchen trotz Corona verkauft worden. "Die Bäume stehen ja meist über die gesamte Adventszeit", sagt sie. Dieses Geschäft sei also bereits vor dem Lockdown abgeschlossen gewesen. "Das lief eigentlich recht normal", sagt Leib. Insgesamt sehe es daher nach einem guten Jahr aus.

Das bestätigt auch Monika Fritz vom Hof Wiesental in Hungen-Nonnenroth. Ebenso wie Leib hat sie jedoch eine Veränderung im Kaufverhalten bemerkt: Das Weihnachtsbaumgeschäft lief in diesem Jahr deutlich früher an als sonst. "Viele wollten schon vor dem ersten Advent einen Baum", berichtet Fritz. Und seitdem sei die Nachfrage auch nicht mehr eingebrochen. "Ich weiß nicht, was bis Weihnachten noch kommt", sagt sie. "Aber ich denke, das kommende Wochenende wird auch noch einmal gut." Schließlich ist es die letzte Chance, sich in Nonnenroth selbst einen Baum auszusuchen und zu schlagen.

Alle, die stets auf den letzten Drücker dran sind, müssen sich jedoch keine Sorgen machen: Der Hofverkauf läuft bis zum 23. Dezember. Gleiches gilt für Weihnachtsbäume Leib in Wettenberg: Die beiden Standorte zum selber Schlagen in Launsbach sowie in Bischoffen-Wilsbach sind am Wochenende zum letzten Mal geöffnet, der Direktverkauf an der Hauptstraße in Krofdorf läuft jedoch bis Mittwochabend.

Dass viele Menschen ihren Weihnachtsbaum in diesem Jahr nicht erst Mitte Dezember und rund um den vierten Advent kaufen, sondern frühzeitig, könnte verschiedene Gründe haben. "Ich glaube, das Bedürfnis, es sich zu Hause frühzeitig gemütlich zu machen, wenn man schon so viele Einschränkungen hat, ist relativ groß", sagt Leib.

Zum anderen, vermutet sie, könnte die Angst vor einem erneuten Lockdown die Leute zum frühzeitigen Kauf animiert haben. Denn ob der Weihnachtsbaumverkauf in diesem Fall weitergehen darf, war im Vorfeld nicht klar.

Erschwerte Kalkulation

Für die Weihnachtsbaumverkäufer war die unsichere Situation durch die Pandemie vielerorts eine Herausforderung. "Die Kalkulation war schon etwas schwieriger als sonst", sagt Leib. Regionale Händler mit eigener Kultur wie die Familie Leib oder die Familie Fritz sind in einer solchen Situation jedoch im Vorteil: Sie können flexibler auf die Situation reagieren und sich nach der Nachfrage richten. "Wir haben geschaut, dass wir einen Grundstock haben und dann stückchenweise nachholen", sagt Leib.

Der Trend ist indes auf der Seite der regionalen Anbauer von Weihnachtsbäumen. Laut Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald werden immer mehr Bäume regional gekauft.

Die Händler hoffen daher noch auf ein paar verkaufsstarke Tage bis Weihnachten. "Regionale Weihnachtsbaumanbauer sind gerade hier in Hessen oft kleine Familienbetriebe, die sehr froh sind, wenn sie ein bisschen unterstützt werden", sagt Leib.

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