Christiane Schmahl Schuldezernentin
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Christiane Schmahl Schuldezernentin

"Der Bedarf bei den Eltern ist sehr hoch"

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Gießen(so). Am Dienstag gehen auch die Erst-, Zweit- und Drittklässler wieder zur Schule, nachdem die Viertklässler schon seit zwei Wochen wieder unterrichtet werden. Nicht jedes Kind wird jeden Tag Präsenzunterricht haben. Umso größer ist die Bedeutung, die der Betreuung zukommt. Der Landkreis organisiert an den Grundschulen den "Pakt für den Nachmittag". Auch der wird wieder "hochgefahren". Nachgefragt bei Schuldezernentin Christiane Schmahl.

An welchen Schulen kann ab Dienstag die Nachmittagsbetreuung wieder angeboten werden?

Der "Pakt für den Nachmittag" wird ab kommenden Dienstag an allen 32 Paktschulen im Landkreis wieder starten. Teilnehmen können die Kinder, die im "Pakt für den Nachmittag" angemeldet sind und die Kinder, die in die Notbetreuung gehen. Wobei das oft Kinder sind, die auch im Pakt angemeldet sind. Das Angebot wird zu den Zeiten umgesetzt, die vor Corona galten: In der Regel von 11.30 Uhr bis 14.30 oder 15 Uhr oder im "Angebot 2" bis 16.30 Uhr oder 17 Uhr. An den Schulen, an denen es vor Corona eine Frühbetreuung im Pakt gab, wird das ebenfalls wieder angeboten.

Das gilt für alle Grundschulen?

Um Missverständnisse bei den Eltern zu vermeiden: Ich rede nur über die Schulen im Landkreis, nicht über die Schulen in der Stadt Gießen. Die ist eigener Schulträger.

Wird es Einschränkungen geben?

Die Angebote werden sich natürlich verändern: AGs, die von Lehrerinnen und Lehrern angeboten werden, wird es in den meisten Fällen nicht geben. Coronabedingt wird es auch keine Angebote geben, die einen sehr engen Umgang erfordern, denn die Hygieneregeln sollen eingehalten werden. Möglichst viele Angebote werden im Freien stattfinden, denn dort ist die Ansteckungsgefahr immer am geringsten.

In den vergangenen Tagen haben Sie über die Schulen den Betreuungsbedarf der Familien ermittelt. Wie viele Eltern fragen für die Kinder das Angebot umgehend wieder nach?

Das ist von Schule zu Schule unterschiedlich. An manchen Schulen sind es ein Drittel der angemeldeten Schülerinnen und Schüler, an anderen die Hälfte bis hin zu zwei Drittel der Schüler. Das zeigt, dass der Bedarf bei den Eltern sehr hoch ist. An vielen Grundschulen werden auch Kinder in die Betreuung kommen, die vormittags keinen Unterricht haben.

Wie viele Betreuungskräfte stehen zur Verfügung?

Nach derzeitigem Stand steht ausreichend pädagogisches Personal für die Betreuung der Kinder zur Verfügung.

Sind die Kräfte aus der Kurzarbeit geholt worden?

Ja, die Kurzarbeit wurde für alle unsere Betreuungskräfte beendet. Sonst wäre es auch nicht möglich, den Pakt umzusetzen.

Stehen denn auch noch Lehrer dafür zur Verfügung?

Ja. Aber nur sehr wenige, denn die Lehrer müssen ja neben dem Unterricht die Notbetreuung am Vormittag abdecken. Außerdem gibt es sehr viele Risikopersonen in manchen Schulen. An einigen wenigen Schulen kommen trotzdem Lehrer im Pakt für den Nachmittag zum Einsatz.

SO/FOTO: WEGST

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