Bei veranschlagten Kosten von 500 000 Euro bereits im Vorjahr vorgesehen, soll es in diesem was werden: Die Ortsdurchfahrt Kesselbach wird von der Einmündung auf die L 3127 bis zum Ortsausgang erneuert. Foto: tb
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Bei veranschlagten Kosten von 500 000 Euro bereits im Vorjahr vorgesehen, soll es in diesem was werden: Die Ortsdurchfahrt Kesselbach wird von der Einmündung auf die L 3127 bis zum Ortsausgang erneuert. Foto: tb

Bauprogramm 2020: Landstraßen im Fokus

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Vier Jahre sind es her, dass Wiesbaden die "Sanierungsoffensive 2016-2022" einläutete. Statt Straßenneubauten war der Fokus auf Bestandserhalt gerichtet. Gut für die Verwaltung, gewährte die "Offensive" doch Planungssicherheit. "Wir wussten, wo wir dran sind", sagt Eugen Reichwein, Chef von Hessen Mobil (Westhessen). Von den 35 Maßnahmen im Kreis Gießen sind inzwischen 14 fertiggestellt. Im neuen Jahr geht’s weiter, wenn auch mit geringerem Investitionsvolumen.

Gemäß dem gestern am Marburger Sitz von Hessen Mobil von Behördenleiter Eugen Reichwein und Pressesprecherin Sonja Lecher vorgestellten Straßenbauprogramm 2020 - freilich ob des frühen Zeitpunkts nur ein grober Überblick, ohne Bauzeiten und Kosten jedes einzelnen Projekts - werden rund neun Millionen Euro in neue oder laufende Maßnahmen fließen.

Auch wenn in der Summe die Kreisstraßen noch nicht enthalten sind (siehe Zusatzelement): Für dieses Jahr hatte das Budget weit mehr, nämlich über 50 Millionen Euro, umfasst. Die Erklärung liegt auf der Hand: Ins Geld gehen vor allem Arbeiten auf Bundesautobahnen, und während heuer das Bauprogramm neun Maßnahmen umfasste, werden es 2020 gerade mal zwei sein.

Im Vordergrund steht dabei aufs Neue die Großbaustelle bei Linden mit den beiden Brückenbauten. An diesem Punkt verwies Reichwein auf den immensen Abstimmungsbedarf im Vorfeld einer Baumaßnahme, bis zu 20 Stellen seien Standard. "Ist die Bahn im Boot, wie in Linden der Fall, sind es gleich noch mal sechs bis sieben." Sei’s drum: Die Ersatzneubauten der Unterführungen der Main-Weser-Bahn bei Kleinlinden wie der Landesstraße 3475 (Anschlussstelle Linden) sollen nächsten Herbst endlich fertig sein - "voraussichtlich". Insgesamt werden sich die vom Bund getragenen Kosten dieser Baustelle bei rund 28 Millionen Euro einpendeln, wie Hessen Mobil auf GAZ-Nachfrage mitteilte. Wiederum an einzelnen Wochenenden komme es zu Vollsperrungen, die L 3475 müsse zeitweise zur Einbahnstraße werden.

Zweite Autobahnbaustelle betrifft den nächsten Abschnitt der grundhaften Erneuerung der A 485 in Gießen, im Bereich der Anschlussstelle Schiffenberger Tal, Fahrtrichtung Marburg. Dafür sind insgesamt rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Mitte 2020 sollen diese Arbeiten erledigt sein, weitestgehend kommt hier die sogenannte 3+1-Verkehrsführung (eine Spur auf Gegenfahrbahn) zum Tragen.

Sauerlandlinie: Es geht weiter

Als Bestätigung für die ungleich teureren und langwierigeren Brückenbauten auf Autobahnen wurde beim Pressetermin sozusagen ein Blick über den Kreisrand geworfen. Im Lahn-Dill-Kreis investiert der Bund 2020 satte 88 Millionen Euro, zum Großteil fließt das Geld in weitere Brückensanierungen auf der Sauerlandlinie (A 45). Reichwein: "Bis alles fertig ist, dauert es mindestens noch zehn Jahre."

Neben den laufenden Maßnahmen an den Talbrücken Kalteiche, Marbach und Onsbach kommen Volkersbach, Heubach, Bechlingen/Bornbach neu hinzu. Auf der Brücke zwischen Münchholzhausen und Lützellinden (Richtung Hanau) werden dagegen nur die Spurrinnen beseitigt, vier Monate lang gilt dann eine 3+1-Verkehrsführung. Interessant für Pendler noch eine letzte Maßnahme im Nachbarkreis: Die Fahrbahn der A 480 zwischen Wetzlarer Kreuz und Aßlar wird saniert, rund sechs Monate gilt dort die Verkehrführung 2+2.

Zurück in den Kreis Gießen: Auf Kosten Berlins geht hier im Übrigen nur eine weitere Maßnahme, der Bau eines Kreisverkehrs am Horloffer Kreuz bei Trais-Horloff. Im Frühjahr soll es losgehen, sechs Monate sollen die Arbeiten dauern, bei Vollsperrung der B 489. Grob geschätzte Kosten: eine Million Euro. Für den Kreisel, so Reichwein, sprachen vor allem die Unfallzahlen. Zugleich soll die Entwässerung verbessert werden.

Schließlich ein kurzer Blick auf drei Landesstraßen: Die Ortsdurchfahrt Lollar-Odenhausen, bereits seit 2017 im Bau, dürfte etwas früher als geplant (Sommer 2020) wieder durchgängig befahrbar sein, da die Winterpause kürzer ausfällt. Die Erneuerung der Ampeln auf der L 3131 in Gießen, Schiffenberger Weg, soll zügig zum Ende kommen, sei doch der Großteil der Arbeiten geschafft. Schließlich: Dieses Jahr bereits vorgesehene Erneuerung der Ortsdurchfahrt Kesselbach, sicher einer der marodesten Landesstraßen, soll nun 2020 sicher an die Reihe kommen.

Projekte auf Autobahnen

A 485: Ersatzneubauten der Bahn-Unterführung bei Kleinlinden und der Unterführung L 3475, Anschlussstelle Linden; Bauzeit: voraussichtlich bis Herbst 2020; Verkehrsführung: 4+0 auf A 485, zeitweise Einbahnstraße auf L 3475. Vollsperrung an einzelnen Wochenenden.

A 485: grundhafte Erneuerung und Bauwerksinstandsetzung zwischen den Anschlussstellen Gießen-Schiffenberger Tal und Licher Straße; Bauzeit: bis Mitte 2020; Verkehrsführung: weitestgehend 3+1.

Projekte auf Bundes-/Landstraßen

B 489: Ausbau Knotenpunkt Horloffer Kreuz bei Trais-Horloff; Bauzeit: sechs Monate; Vollsperrung, davon sind auch die L 3131 und die K 186 betroffen.

L 3093: grundhafte Erneuerung der Ortsdurchfahrt Lollar-Odenhausen, inklusive Versorgungsleitungen; Bauzeit: bis Sommer 2020; Vollsperrung.

L 3131: Erneuerung zweier Ampelanlagen in Gießen, Schiffenberger Weg, zwischen A 485-Anschlussstelle Schiffenberger Tal und Steinberger Weg; Bauzeit: sieben Monate; Fahrbahneinengung auf L 3131.

L 3138: Ausbau Ortsdurchfahrt Gonterskirchen; Bauzeit: zwei Jahre; Vollsperrung.

L 3146: Ausbau Ortsdurchfahrt Kesselbach; Bauzeit zehn Monate; Vollsperrung.

L 3481: Bauwerksinstandsetzung der Äschersbachbrücke bei Münster; Bauzeit: fünf Monate; Vollsperrung.

L 3128: Radgehweg zwischen Wieseck und Alten Buseck; Bauzeit: voraussichtich neun Monate, plus vorlaufende Maßnahmen (laut Hessen Mobil gibt es hier noch "dicke Fragezeichen").

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