"Baumpfleger hat draufgeschaut"

  • Thomas Brückner
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Grünberg(pm/tb). "Wie kann es sein, dass gesunde Bäume auf öffentlichen Flächen gefällt werden, während überall Bäume verdorren und sterben" - mit deutlichen Worten quittiert der NABU Grünberg Maßnahmen, die für die Stadt fachlich begründet sind. Anlass der Kritik sind Rückschnitte und Fällungen, die die Stadt fristgemäß im Februar am Campingplatz und Freibad vorgenommen hat.

Die Naturschützer sprechen von rund 30 Bäumen, die am Freibadparkplatz sowie an der Campingplatz-Zufahrt verschwunden seien. Wie Luftbilder bewiesen, habe hier vor zwei Jahren noch alles gegrünt. "Inklusive des großen Gravensteiner-Apfelbaumes, einer alten früh reifenden Sorte, deren hervorragender Geschmack von Campingplatz-Besuchern gelobt wurde", wie NABU-Vorstand Lothar Peter schreibt. Auch viele Robinien ("Baum des Jahres 2020") seien der Kettensäge zum Opfer gefallen. Obgleich sie niemandem im Weg gestanden, sondern Schatten gespendet und Sauerstoff produziert hätten. "War es eine vorauseilende Maßnahme wegen des künftig aufzustellenden Bebauungsplans für den Campingplatz - um Fakten zu schaffen?"

Eine Frage, die Hauptamtsleiter Edgar Arnold in Vertretung des urlaubenden Bürgermeister verneint. Um vorweg zu schicken, dass wie stets und so auch hier ein Baumpfleger zuvor draufgeschaut habe. Ob nun Pflegerückschnitte oder Fällungen - immer sei es um die Verkehrssicherungspflicht gegangen.

Dies treffe etwa für den Freibadparkplatz zu, der im Sommer von vielen Besuchern frequentiert werde. Zudem verlaufe hier eine Gas- und/oder Stromleitung, weswegen auch die Robinien im weiteren Verlauf am Campingplatz hätten zurückgeschnitten werden müssen. Vor zwei Jahren sei da bereits einmal ein Baum von außen über den Zaun gestürzt. Dass die Robinien ebenso von einem Pilz befallen gewesen seien wie der Apfelbaum, fügte Arnold an. Dem zufolge es auch bei der Fällung auf der Freibad-Liegewiese (hinten rechts) um Gefahrenabwehr ging. Klar, sei es schade, wenn ein solcher Schattenspender verschwinde. Doch dürfe man nicht riskieren, dass ein Badegast auch "nur" von einem schweren vertrockneten Ast verletzt werde. Soweit Arnold, der freilich das Problem einräumte, "dass hier zehn Jahre nichts gemacht wurde".

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