Bau-Innung wehrt sich gegen Vorwürfe der Gewerkschaft

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Gießen(pm). Die Bau-Innung in Gießen weist Vorwürfe der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt zurück, dass Abstands- und Hygieneregeln auf Baustellen nicht eingehalten werden. Das Gegenteil sei der Fall, der Schutz der Beschäftigten habe oberste Priorität.

Die IG Bau habe eine ganze Branche mit Pauschalvorwürfen regional in Verruf gebracht, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Bau-Innung Gießen vermutet dahinter eine Positionierung des Sozialpartners im schwelenden Konflikt um Tariferhöhungen und gefordertem Wegegeld auf Landes- beziehungsweise Bundesebene.

"Mit Kritik kann ich um- gehen, wenn sie begründet und vernünftig kommuniziert wird", kritisiert Obermeister Kay-Achim Becker die "Corona-Offensive" der IG BAU. Pauschal und völlig undifferenziert zu behaupten, dass viele Bauunternehmen die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus ausblenden und die Ansteckungsgefahr auf die leichte Schulter nehmen, empfindet der Bauunternehmer aus Beuern als "rufschädigend und diffamierend".

Er weist darauf hin, dass vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen und eines erneut drohenden Lockdowns der Schutz der Beschäftigten in den Bauunternehmen oberste Priorität habe. Deshalb habe er, wie viele seiner Innungskollegen, seine Mitarbeiter frühzeitig ins Boot geholt, um mit der Belegschaft eine Hygienestrategie zu erarbeiten. Jedem Einzelnen sei der Ernst der Lage bewusst, und man trage seinen Beitrag zum Schutz aller Mitarbeiter im Unternehmen bei.

Auch der Geschäftsführer des Gießener Bauunternehmens Faber & Schepp, Stephan Faber, weist die dargestellten "Corona-Sünden" der Gewerkschaft für sein Unternehmen vehement zurück. "Wir haben in Abstimmung mit unserem Betriebsrat zusätzliche Sanitärkapazitäten geschaffen, den Mitarbeitern auf Baustellen Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt, sie möglichst in gleichen Teams eingesetzt und Fahrten mit dem eigenen Auto zur Baustelle übertariflich vergütet.". Zudem müsse dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Schwere Corona-Verstöße auf Baustellen im Kreis kann auch der Geschäftsführer der Bau-Innung, Björn Hendrischke, nicht bestätigen. Sowohl die Berufsgenossenschaft (BG) als auch das Regierungspräsidium, die die Arbeitsschutzstandards kontrollieren, hätten nur vereinzelt Mängel festgestellt. So seien laut BG Bau bei knapp 90 Prozent der Betriebe überhaupt keine Mängel festgestellt worden.

Der Innungsgeschäftsführer bedauert die öffentlich geführte Diskussion und regt für die Zukunft eine mit der Gewerkschaft abgestimmte Informationskampagne an, die begleitend zu den Unterweisungen der Mitarbeiter im Bereich des Arbeitsschutzes eine höhere Akzeptanz in der Arbeitnehmerschaft erzielen würde.

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