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Der Abriss des alten Hallenbades. Das neue Schwimmbecken soll ähnlich dimensioniert werden. ARCHIVFOTO: PAD

Ausschüsse stimmen für Neubau

  • VonPatrick Dehnhardt
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Für den Neubau des Hüttenberger Hallenbades gaben die Ausschüsse nun die Empfehlung, ein Becken mit fünf Bahnen und einem Hubboden zu planen. Die Gesamtbaukosten nähern sich dabei der 10-Millionen-Euro-Marke.

Beim Neubau des Hüttenberger Hallenbades gibt es Zeitdruck: Bis Ende dieses Monats muss der Antrag für das SWIM-Förderprogramm gestellt werden, sonst würden zunächst einmal eine Million Euro bei der Finanzierung fehlen. Der Finanz- und der Verkehrsausschuss informierten sich am Montagabend in einer Marathonsitzung über die Machbarkeitsstudie, die Folgekosten und die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, um eine Empfehlung abzugeben.

Bei der Machbarkeitsstudie wurden durch die Wiesbadener Balneatechnik drei Varianten geprüft, das Becken misst jeweils 25,5 mal 12,5 Meter und bietet so Platz für fünf Bahnen. Ein klassisches Becken mit festem Boden, der von 80 Zentimeter Wassertiefe auf 1,8 Meter absinkt, würde Stand heute 9,48 Millionen Euro kosten, ein Becken mit Hubboden 9,75 Millionen Euro. Die Variante mit separatem Nichtschwimmerbecken kostet 11,88 Millionen Euro.

Dr. Klaus Batz von der Kommunalberatung con.pro aus Nürnberg hatte den Wirtschaftlichkeitsvergleich vorbereitet. Er stellte bewusst den »Worst Case« vor - dass der Trägerverein den Betrieb an die Gemeinde zurückgeben würde. Dies habe er bei anderen Projekten schon erlebt. Zumal der Trägerverein auch 40 Jahre lang den Betrieb stemmen müsste. »Sie haben eine sehr realistische Betrachtungsweise«, lobte der Berater zu Beginn. Es werde auf Schnickschnack verzichtet, der zwar eine Attraktion sei, jedoch auch zusätzliche Folgekosten verursache.

Variabler Beckenboden

Unter allen drei Varianten sei die mit einem Hubboden für Hüttenberg die sinnvollste, so Batz. Dabei kann ein Teil des Beckenbodens je nach Bedarf angehoben und so als Nichtschwimmer- und Kursbereich genutzt werden, während er beim reinen Sportschwimmen aus dem Weg gebracht werden kann. Die Mehrkosten von 220 000 Euro seien überschaubar.

Müsste die Kommune das Bad betreiben, sei der Personalaufwand deutlich höher. Batz geht von 225 000 Euro pro Jahr aus. Die Energiekosten würden bei circa 90 000 Euro liegen.

Mit einer Abschreibung über 40 Jahre tat er sich schwer: »Wenn sie das Bad nicht auf Verschleiß fahren, sondern instand halten wollen, müssen sie die Abschreibungen höher ansetzen.« Die Technik werde keine 40 Jahre durchhalten, es seien zwischenzeitliche Investitionen notwendig.

Bei den Baukosten stehe ein großes Fragezeichen. Bei vergleichbaren Projekten seien diese zwischen dem ersten Schritt und der Planungsreife um bis zu 40 Prozent gestiegen. »Die Kosten sind explodiert.« Zudem sei es schwer, derzeit ein Fachbüro für die Planungen zu bekommen.

Für die favorisierte Variante 2 bedeute dies, dass Stand jetzt inklusive der Kosten für Kredite pro Jahr 528 000 Euro zusätzliche Belastungen dazukommen würden. Diese würden über die Jahre kontinuierlich steigen. Am Rande warnte der Berater vor den Tagesmitgliedschaften. Dies sei eine rechtliche Grauzone, da diese auch als versteckter öffentlicher Badebetrieb interpretiert werden könnte.

Dierk Rink informierte aus der AG Finanzen, dass neben der SWIM-Förderung 500 000 Euro Zuschuss durch den Trägerverein, eine Million Euro aus der Hessenkasse sowie KfW-Mittel beantragt werden sollen. Noch unklar sei, ob die Bundesförderung wieder aufgelegt wird und wie hoch diese ausfallen würde. Der Betrieb durch den Trägerverein würde die Kosten reduzieren.

Norbert Lang (FWG) kritisierte, dass bei der Förderung durch die Hessenkasse der Bau bis Ende 2024 abgeschlossen sein müsse, dies nicht realistisch sei. Bürgermeister Christof Heller erinnerte an den aktuellen Schuldenberg der Gemeinde von 11,4 Millionen Euro. Die Grundsteuer müsse um 173 Punkte dauerhaft angehoben werden. »Mir fehlt die kritische Auseinandersetzung im Ausschuss mit der Haushaltslage der Gemeinde.«

Mit je sechs Ja- und drei Neinstimmen empfahlen die Ausschüsse den Grundsatzbeschluss für den Hallenbadneubau. Am Montag entscheiden nun die Gemeindevertreter.

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