Ausgesprochen Henni

Hendrik »Henni« Nachtsheim über das Erfolgsgeheimnis von Eintracht Frankfurt, erdbebensichere Hochhäuser aus gehärtetem Handkäs und die große Frage, wann Redakteur Ronny Th. Herteux endlich einen Pulitzer-Preis gewinnt.

Hallo Herr Nachtsheim, der Rekordgewinn im Eurolotto von über 58 Millionen Euro ist in die Rhein-Main-Region gegangen. Ich habe leider nicht gewonnen. Sie vielleicht?

Henni: »Da ich heute noch nicht am Briefkasten war, weiß ich es nicht. Sollte ich das Geld aber wirklich gewonnen haben, sag ich Ihnen sofort bescheid … auch weil ich es super fände, dass es dann gleich in der Zeitung steht!«

Nehmen wir einmal an, Sie wären doch der Glückspilz, wie viel davon würden Sie der Eintracht bzw. Sportdirektor Bruno Hübner für neue Spieler unter den Weihnachtsbaum legen?

Henni: »Da das der Verein zurzeit nicht wirklich nötig hat, würde ich es eher dorthin geben, wo man es dringender braucht.«

Für was denn zum Beispiel?

Henni: »Ich habe zum Beispiel gehört, dass in Mittelhessen ein Leistungszentrum für begabte Nachwuchs-Journalisten gebaut werden soll. Das würde ich sofort unterstützen!«

Verstehe ich nicht ... ich muss zugeben, ich habe mich zu Beginn ein wenig davor gedrückt. Eintracht-Siege in Mönchengladbach, gegen Dortmund und Bremen, das hätte ich mich nicht getraut, in aller Öffentlichkeit vorherzusagen. Eher schon die richtigen Zahlen für den Lotto-Jackpot.

Henni: »Sagen wir mal so: Hätte das jemand auch nur geahnt und er hätte bei einem der Sportwetten-Anbieter ordentlich Kohle auf diese Siege gesetzt, hätte er den Lotto-Jackpot vermutlich gar nicht mehr gebraucht!«

Wie ist das möglich, erst verunsichert, nun selbstbewusst wie selten zuvor. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Eintracht im November/Dezember 2014?

Henni: »Soweit ich informiert bin, haben sie von schlecht organisiertem Scheiß-Spiel auf attraktiven Offensiv-Fußball umgestellt!«

Bei zwei Punkten Rückstand auf die Champions-League-Plätze ist alles möglich, und in der nächsten Saison könnten dann Real Madrid oder FC Barcelona als Gruppengegner in Frankfurt zu Gast sein. Oder ist dies zu optimistisch gedacht?

Henni: »Kein bisschen Herr Herteux! Und ziemlich sicher werden Ronaldo und Messi danach darum betteln, zur Eintracht wechseln zu dürfen! Und Sie bekommen für Ihre journalistische Arbeit den Pulitzer-Preis!

Na ja, so kurz vor Weihnachten wird man sich ja noch mal was wünschen dürfen.

Henni: »Ja, aber das heißt ja noch nicht, dass man es auch bekommt. Wenn der Weihnachtsmann all meine Wünsche erhört hätte, wäre ich heute mehrfacher Wimbledon-Gewinner, mit Nicole Kidman UND Penelope Cruz verheiratet und hätte für die von mir entworfenen erdbebensicheren Hochhäuser aus gehärtetem Handkäs den Nobelpreis für innovative Architektur erhalten!«

Gut, dann mal realistisch. Die Eintracht ist auf Platz sieben vorgerückt, muss jetzt zu Hoffenheim, hat Berlin noch zu Gast und ist kurz vor Weihnachten in Leverkusen gefordert. Was ist bis zur Winterpause noch möglich?

Henni: »Im Prinzip alles. Ich würde ihr sogar zutrauen, alle drei Spiele zu gewinnen, wäre aber auch nicht überrascht, wenn sie lediglich gegen Hertha einen Punkt holt. Die Mannschaft befindet sich zurzeit ja offensichtlich im ›Wundertüten-Modus‹, was es für uns etwas schwierig macht, das vorherzusagen.«

Gut, dass die Eintracht vor der Winterpause nicht noch gegen Augsburg spielen muss. Der Aufsteiger ist inzwischen auf Rang drei vorgerückt und überrascht alle. Wie ist das zu erklären?

Henni: »Das kommt dann, wenn zwei schlaue Männer namens Weinzierl und Reuter ganz unaufgeregt im stillen Kämmerlein fantastische Arbeit abliefern, ohne dabei den Dicken zu machen. Und auch wenn sein Verein vor den Augsburgern steht, davon könnte sich zum Beispiel ein Matthias Sammer durchaus eine Scheibe abschneiden!«

Auf der anderen Seite der Tabelle tummeln sich Stuttgart, Bremen, Dortmund und Hamburg. Was ist dann in der Fußball-Bundesliga los?

Henni: »Wenn ich ehrlich bin, ist mir das eigentlich komplett egal. Wenn ich im Sommer Urlaub auf den Malediven mache, interessiert mich ja auch nicht, wer zur selben Zeit gerade seinen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Kelsterbach aufschließt.«

Wir haben mit 58 Millionen begonnen, gern möchte ich mit Millionen aufhören. Mario Götzes linker Final-Schuh der WM ist für zwei Millionen für die Aktion »Ein Herz für Kinder« versteigert worden. Wie viel Euros rücken Sie für meinen rechten Fahrradschuh raus, mit dem ich einst auf den Feldberg gefahren bin? Auf den Großen immerhin.

Henni: »Ich gebe Ihnen fünf Euro, wenn Sie ihn anbehalten! Oder sagen wir sicherheitshalber zehn!«

Und wenn ich den linken noch dazu lege?

Henni: »......«

Hallo, Herr Nachtsheim? Wo isser denn plötzlich hin…? Herr Nachtsheim!!! Hallo ... Zehn Euro? Unerhört!

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