Ausgesprochen Henni

Hendrik "Henni" Nachtsheim über schlimme Erinnerungen an "Wetten, dass ..?", die BVB-Verschwörung und seine persönliche Weihnachtsüberraschung für Alex Meier.

Hallo Herr Nachtsheim, das Jahr 2014 stürmt in schnellen Schritten auf das Ende zu. Was hat Sie besonders beeindruckt, was war Ihr Höhepunkt?

Henni: "Ich habe für die Meerschweinchen meiner Töchter ein Außengehege gebaut, das von den Tieren sehr gut angenommen wurde!"

Wahnsinn ... mal kurz weg vom Fußball, haben Sie dieses Jahr Sebastian Vettels Fahrt ins Mittelmaß verfolgt? Oder die Meisterschaften in Handball, Basketball oder Eishockey? Oder gar die Olympischen Winterspiele in Sotschi?

Henni: "Wir waren doch noch gar nicht beim Fußball. Aber bitte. Dass Sebastian Vettel ausnahmsweise mal nicht Weltmeister geworden ist, habe ich mitbekommen, den Rest eher am Rand. Dafür weiß ich aber, wer die Meisterschaft im Curling gewonnen hat!"

Ach ja? Wer denn?

Henni: "Eine Spielergemeinschaft aus Hamburg, und zwar die Herren John Jahr, Felix Schulze, Christopher Bartsch, Sven Goldemann und Peter Rickmers! Dabei war vorher gar nicht klar, dass die gewinnen!"

Curling sieht aber trotzdem immer etwas komisch aus. Eiskunstlaufen hingegen ist außerordentlich ästhetisch anzuschauen, auch die Rodlerinnen in ihren hautengen Anzügen.

Henni: "Herr Herteux, wenn Sie Sport unter solchen Gesichtspunkten sehen, dann sollten Sie sich lieber Filme wie ›Die Porno-Olympiade‹ oder ›Das Sex-Hundert-Meter-Rennen von Südtirol‹ anschauen, die müssten Ihnen eigentlich gefallen!"

Schon gut, schon gut. Wintersport ist nicht ihr Ding. Mir persönlich ist dies irgendwie auch zu kalt, draußen im Schnee und auf Eis. Also lassen wir das. Das ZDF lässt jetzt auch "Wetten, dass ..?" sein. Für Sie ein Verlust?

Henni: "Eindeutig nein. Man kann nicht einerseits jegliche Form von körperlicher Folter verbieten, und seelische dagegen über Jahrzehnte dulden."

Und doch muss mal gesagt werden: Jeder behauptet, diese Sendung nie oder selten gesehen zu haben. Aber irgendwoher müssen ja die auch zuletzt noch ordentlichen Einschaltquoten gekommen sein, oder?

Henni: "Ich habe das nie gesagt. Und wir waren mit Badesalz sogar mal dabei, in Frankfurt. Es war allerdings eher suboptimal, da man alle von uns vorgeschlagenen Nummern abgelehnt hat. Also haben wir uns aus der Not heraus für eine Nummer aus unserem aktuellen Bühnenprogramm entschieden, die aber nicht wirklich funktioniert hat. Die Leute sollten zum Beispiel ›Walter Soul‹ singen, so hieß unsere Bühnenfigur, aber gesungen haben sie ›Weiter so!‹"

"›Wetten, dass..?‹ war oder ist mir aber noch lieber als backen, kochen, Frauen tauschen und was es sonst noch alles im deutschen Fernsehen gibt. Apropos: Eine neue Sendung würde momentan analog zu "Bauer sucht Frau" richtig gut in die Sportlandschaft passen: "Bayern sucht Gegner".

Henni: "Eine gelungene Überleitung, das muss ich sagen! Ja, zurzeit weiß ich auch nicht, wer sie zumindest mal zwicken könnte. Das Schlimmste ist, dass alle schon zufrieden sind, wenn sie weniger als acht Tore einstecken müssen. Neulich hat einer von Hoffenheim nach dem 0:4 gesagt: ›…hat sich ganz gut angefühlt!" Die Bundesliga ist doch kein SM-Club! Ich hab gedacht, es hackt!"

Was auch eine gute Sendung wäre: "Hamburg sucht Punkte". Oder: "Dortmund sucht Selbstvertrauen."

Henni: "Was Hamburg angeht: Sie spielen seit mehreren Jahren unterdurchschnittlichen Fußball und machen auch in der restlichen Außendarstellung eine eher unsympathische Figur. Es wird Zeit, dass sie diese blöde Angeber-Uhr in ihrem Stadion, auf der die Dauer ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit angezeigt wird, endlich mal abstellen müssen. Und mit Dortmund stimmt irgendwas nicht. Ich will mir ja hier keine Klage einhandeln, aber in der Mannschaft gibt es, so weit ich weiß, mehr Fleischesser als Vegetarier. Aber was bzw.

wessen Fleisch wird da gegessen? Vielleicht ja das aus dem Hause von Clemens Tönnies, dessen Unternehmen zu den größten Fleischfabriken Deutschlands gehört, und der zufälligerweise auch Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04 ist..."

Die Bayern werden wohl Meister, wie sind Sie mit dem Hinrunden-Abschneiden der Frankfurter Eintracht zufrieden?

Henni: "Ich bin froh, dass sie jetzt so spielen, wie sie spielen, weil ich solche Spektakel einfach mehr mag als ergebnisorientierte Kontrollspiele. Das ist wie mit den Frauen. Ich bin früher immer lieber mit denen unterwegs gewesen, die irgendwann angeschickert aufm Tisch getanzt haben, als mit denen, die um halb zehn schon wieder zu Hause sein wollten, um sich noch auf die Mathearbeit vorzubereiten! Die haben es zwar meist im Berufsleben weiter gebracht, aber mit den anderen war’s lustiger!"

Das Christkind kommt heute Abend. Was steht auf ihrem Wunschzettel? Für die Eintracht und für Sie persönlich?

Henni: "Für die Eintracht wünsche ich mir weiter große Spektakel, und sicherheitshalber, dass Zambrano bald wieder gesund ist! Und ich wünsche mir, dass meine illegalen Handkäs-Felder in Kolumbien den Ertrag bringen, den ich mir erhoffe!"

Was glauben Sie, ist für die Eintracht noch möglich in der Rückrunde?

Henni: "Die Liga ist wirklich ein Irrenhaus! Mit ein bisschen Glück landet man am Ende in den höheren Stockwerken bei den Ärzten, mit Pech unten im Keller, wo man deine Schreie nicht hört!"

So, die Stunden laufen ab. Das Christkind kommt gleich. Bei welchem Eintracht-Profi würden Sie jetzt gern unterm Weihnachtsbaum sitzen?

Henni: "Was für eine Frage! Wie soll das denn aussehen…? Alex Meier hört das Glöckchen, kommt erwartungsfroh ins Wohnzimmer und dann sitze ich da unterm Weihnachtsbaum? Der wird ausflippen vor Glück!"

Falls Sie wie Cristiano Ronaldo, der seine Mitspieler bei Real Madrid mit Luxus-Armbanduhren beglückt hat, also ... ich würde die Tür öffnen, falls Sie klingeln.

Henni: "Eine teure Uhr habe ich nicht für Sie, aber etwas anderes. Einen Gutschein…!"

Oh wie schön. Über was denn?

Henni: "… eine Fahrstunde mit Marco Reus!"

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