Ausbildungs-Bonus hat wenig Freunde

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Gießen(so). Der von der Kreis-CDU geforderte Ausbildungs-Bonus stößt nicht auf Gegenliebe und wird womöglich im Kreistag am Montag keine Mehrheit finden. Vertreter aller anderen Faktionen lehnten es im Haupt- und Finanzausschuss ab, 150 000 Euro für Betriebe bereitzustellen, die zusätzliche Azubis einstellen. Und damit eine Lücke zu schließen, die das Bundesprogramm zur Ausbildungsförderung möglicherweise hinterlässt, wenn die Ausbildungsprämie ausläuft, die derzeit noch gezahlt wird.

Erst im Laufe des Jahres 2021 werde man die Folgen von Corona auf dem Ausbildungsmarkt sehen. Dafür müsse man sich jetzt vorbereiten, argumentiert Christopher Lipp (CDU): "Wir müssen jetzt das Geld bereitstellen für den Fall, dass es Ende des nächsten Jahres eng wird."

Landrätin Anita Schneider (SPD) hat derweil mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Kreishandwerkerschaft gesprochen und rät ab. Die Einschätzung im Handwerk: Ein Großteil der Betriebe werde mit der Prämie schon jetzt nicht erreicht. Auch die IHK wisse nur von wenigen Betrieben, die die Ausbildungssprämie des Bundes bekommen haben. Viele erfüllten die Kriterien nicht. Das Geld solle lieber effizienter für direkte Berufs- und Ausbildungsberatung ausgegeben werden, rät Schneider: "Ausbildung kostet viel Geld. Und da komme ich mit 150 000 Euro nicht weit." Einen zusätzlichen Ausbildungsplatz mit 1500 Euro zu fördern, hält sie für wenig zielführend. Der Anreiz sei gering.

Christian Zuckermann (Grüne) unterstützt die Landrätin und will eher dafür Sorge getragen sehen, dass begonnene Ausbildungen in coronabedingten Krisenzeiten erfolgreich abgeschlossen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare