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Sängerin Denise Rudolph gibt alles.

Aus kleinem Gig wird großer Abend

  • VonSonja Schwaeppe
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Die Band »High Spirits« hatte auf dem Gelände des Tennisclubs Annerod ursprünglich nur ein kleines Konzert geplant. Dann aber bewegten die Bilder der Flutkatastrophe im Ahrtal die Musiker so sehr, dass diese sich zu einem Auftritt für den guten Zweck entschlossen. Es wurde ein großer Abend.

Sängerin Denise Rudolph gab die Losung vor. »Wir wollen das hier gemeinsam genießen«, sagte sie ins Mikrofon. »Und eine gute Zeit haben.« Der Aufruf der Musikerin der Band High Spirits verklang nicht ungehört auf dem lauschigen Außengelände des Tennisclubs Annerod.

Ende Juni hatte die Gruppe auf dem Schiffenberg bereits einen umjubelten Auftritt gefeiert, als sie den Musikalischen Sommer auf dem Gießener Hausberg eröffnet hatten und endlich wieder Bühnenluft schnuppern durften. Nun war auch das Konzert am Freitag in Annerod Balsam auf den Seelen der Künstler, die anderthalb Jahre auf Live-Events hatten verzichten müssen. Drei Stunden lang heizte die Band den Zuhörern ein.

Die Verbindung der Formation zum Tennisclub Annerod kam über die Musiker selbst zustande. Kurt Schreiber ist Gitarrist bei High Spirits und zugleich der zweite Vorsitzende des Tennisclubs. Auch Schlagzeuger und High Spirits-Gründungsmitglied Stefan Zieger sitzt im Vorstand des Vereins. »Ursprünglich wollten wir an diesem Tag nur einen selbstorganisierten kleinen Gig spielen«, erzählt Schreiber. »Als dann aber im Westen Deutschlands die Naturkatastrophe über die Menschen hereinbrach und so viele Existenzen vernichtet hat, haben wir uns sofort dazu entschlossen, alle Einnahmen für den guten Zweck zu spenden-«

Er habe zu einem der »Tour der Hoffnung«-Initiatoren einen direkten Draht, berichtete Schreiber. Dieser wiederum hat gute Kontakte zu einer privaten Hilfsinitative im Ahrtal. Hier wird das gesamte Geld direkt und gezielt an die Menschen gegeben, die Hilfe jetzt so dringend benötigen«. Der Verein unterstützte außerdem mit dem Verkauf von Getränken und Würstchen die gute Sache.

Auch das Tontechnik-Team arbeitete an jenem Abend ehrenamtlich. Und wer wollte, durfte gerne auch etwas mehr in die aufgehängte Spendenbox werfen.

Gleichzeitig war es ein Konzertabend, bei dem der musikalische Anspruch der Band zu spüren war. Neben englischsprachiger Rock- und Popmusik hatte High Spirits auch eine Vielzahl deutschsprachiger Songs im Repertoire. Die Coverband aus dem Gießener Raum formierte sich 2014 und ist seitdem gern gesehener Gast auf vielen Bühnen in der Region. Gerade bei rockigeren Nummern wie »Like the way I do« von Melissa Etheridge, Journeys »Seperate ways« und »Nutbush City Limits« von Tina Turner blühte Sängerin Rudolph regelrecht auf.

Auch die singenden Bandneuzugänge Lucian Schindler und Julianna Herz machten ihre Sache gut. Hervorragend unterstützt wurden die Sänger dabei von einem virtuos spielenden Ensemble mit Jörg Sehr am Keyboard sowie am Akkordeon, Gitarrist Kurt Schreiber, Schlagzeuger Stefan Zieger, Bassist Chris Haim und dem hochklassig aufspielenden Tobias Graf an der Leadgitarre.

Die Band gab alles. Nach vier Zugaben und einem fast dreistündigen mitreißenden Konzert entließen die High Spirits ihr Publikum in eine fast noch laue Sommernacht. Riesenapplaus.

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