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Hedi und Ida präsentieren zwei der kleinen Kunstwerke am Laubacher Radweg. Das Bemalen alter Konservendosen war die erste der - übers Internet verteilten - Aufgaben der Ferienspiele. Motto: »Etwas Upcycling und ganz viel Kreativität«.

Aus der Not eine Tugend machen

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Der neue Radweg in Laubach ist eine tolle Sache. Von manchen als störend empfunden wurde einzig das »etwas« massiv geratene Geländer. Das aber hat sich geändert: In Höhe des Aquädukts ziehen farbenfrohe kleine Kunstwerke die Blicke auf sich - Ergebnis einer Aktion im Rahmen der »digitalen« Ferienspiele. Mangels Personal kam eine Präsenzveranstaltung nicht infrage.

Ferienspiele mit einem spannenden Programm, das Spiel, Spaß und Bewegung bereithält. Vor allem in der Gruppe, gemeinsam mit Gleichaltrigen. Schöne Tage im Schlosspark, Ausflüge, eine Stadtrallye. On top eine Woche, in der Laubacher Vereine sich präsentieren. So war es Usus in Laubach, seit den Achtzigern schon.

Kein Jugendpfleger seit Februar 2020

Doch 2020, als - vermutlich wegen der Pandemie - zu wenige Anmeldungen für die Ferienspiele eingingen, endete diese Tradition. Und auch diesmal fällt die Präsenzveranstaltung flach. Kritisiert hat dies vor allem die SPD: Mit den »digitalen Ferienspielen«, so ihr Sprecher, falle Laubach wieder mal hinter andere Kommunen zurück.

Wie insgesamt die Jugendarbeit seit Kündigung des Sozialkoordinators im Februar 2020 am Boden liege und endlich ein Kinder- und Jugendbüro geschaffen werden müsse, was das Stadtparlament zu Jahresanfang auch beschlossen hat.

Da noch kein neuer Jugendpfleger eingestellt ist, sollte es dieses Jahr zunächst gar keine Ferienspiele geben. »Das darf nicht sein«, dachte wohl Bürgermeister Matthias Meyer, und machte sich dafür stark, dass den Kindern doch etwas geboten wird.

Aus der Not eine Tugend machen - vor dieser Aufgabe stand und steht Diana Franz. Die Mitarbeiterin des Kultur- und Tourismusbüros ist sozusagen zur »Jugendpflegerin auf Zeit« avanciert. Die Stelle ist noch vakant, doch finden erste Vorstellungsrunden statt.

Für die »Ferienspiele light«, wie Diana Franz die Veranstaltung nennt, hat sie sich ein zeitgemäßes Motto ausgedacht: Upcycling. Aus Wegwerfprodukten wird hier etwas Neues, Höherwertiges geschaffen. Euro-Paletten etwa werden zu Weinregalen, Fahrradschläuche zu Tragetaschen.

Also sind Laubachs Kinder eingeladen, für vermeintlich Überflüssiges eine »neue Daseinsberechtigung« zu schaffen. Übers Internet erfahren sie, welche Upcycling-Aufgabe dran ist. Zwei Wochen ist dann Zeit, um zu Hause zu basteln, malen und werkeln.

Die erste Herausforderung lautet: »Etwas Upcycling und ganz viel Kreativität«. Hier gilt es, aus alten Konservendosen kleine Kunstwerke zu machen. Die bunt bemalten Teile sollen den Radweg verschönern. Erste Objekte sind bereits im Büro von Diana Franz abgeben worden. Sei es die mit Muscheln und Sand beklebte »Strandurlaubs-Büchse« oder jene mit Biene-Maja-Antlitz - an Kreativität ist bei den »kleenen Laabächern« offensichtlich kein Mangel.

In der dritten und fünften Ferienwoche erwarten sie weitere Aufgaben. Jeweils kurz zuvor kann man sie - neben den anlogen Medien - auf der Website des Kultur- und Tourismusbüros abrufen. Was vergessen? Ach ja: Neben limitierten Hauptpreisen gibt’s ein analoges Eis als Gewinn - das aber für alle, die teilnehmen.

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