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Die Auftragsbücher der Baufirmen sind nach wie vor voll.

Auftragslage wie in Vor-Corona-Zeiten

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Gießen(pm). Während die Corona-Pandemie ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt hat, war auf den Baustellen auch während der wochenlangen Beschränkungen weiter viel zu tun. Und auch jetzt, so sagt es Carsten Burckhard von der IG Bau, floriere die Baukonjunktur, die Auftragslage sei nahezu wie in Vor-Corona-Zeiten.

Was das genau heißt, zeigt die Bilanz der Baugenehmigungen im Landkreis Gießen, die die IG Bau jüngst veröffentlicht hat. Demnach wurde hierzulande im vergangenen Jahr der Bau von 1758 Wohnungen genehmigt - ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

IG Bau fordert "kräfiges Lohnplus"

"Klar ist: Trotz Corona sind die Auftragsbücher voll. Die Firmen arbeiten jetzt die Wohnungsbauprojekte vom Ein- bis zum Mehrfamilienhaus ab", sagt Doris Hammes, Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelhessen.

Nun müssten allerdings auch die Beschäftigten davon profitieren. "Bauarbeiter sind nicht nur Garanten dafür, dass wir genug Wohnraum haben. Sie leisten in der Krise seit Wochen einen entscheidenden Beitrag dafür, dass die heimische Wirtschaft nicht völlig abstürzt", sagt Hammes. Der Bau sei eine wichtige Lokomotive für die Konjunktur - auch im Kreis Gießen.

Die IG BAU fordert deshalb in den laufenden Tarifverhandlungen ein "kräftiges Lohnplus". Außerdem sollen die Fahrzeiten zur Baustelle entschädigt werden: "Heute hier, morgen da - 70, 80, 90 und mehr Kilometer am Tag sind für Bauarbeiter keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Das sind Zeit und Nerven, die sie auf der Straße lassen", sagt Hammes.

Bauleute könnten kein Homeoffice machen. Viele säßen täglich zwei oder mehr Stunden im Auto, um auf die Baustelle zu kommen. Für die gefahrenen Baukilometer und die dabei verlorene Lebenszeit müsse es eine Entschädigung geben, so die Forderung der Gewerkschaft, die in der Wegezeit einen zentralen Punkt bei der laufenden Tarifrunde für die Baubranche sieht.

Nach der ergebnislosen Auftaktverhandlung am vergangenen Dienstag haben sich die Tarifparteien nun auf eine nächste Verhandlungsrunde am 4. Juni vertagt. FOTO: PM

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