Die Fahne am Hüttenberger Hallenbad weht auf Halbmast. FOTO: CON
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Die Fahne am Hüttenberger Hallenbad weht auf Halbmast. FOTO: CON

Zum Auftakt ein "Totengedenken"

  • vonConstantin Hoppe
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Hüttenberg(con). Die Fahne am Hallenbad hängt auf Halbmast, was schon einiges über die Situation aussagt. Und so begann die außerordentliche Mitgliederversammlung des Trägervereins Hallenbad Hüttenberg am Samstag auch mit einem "Totengedenken": "Wir trauern heute um unser Hallenbad", eröffnete Vorsitzender Dr. Thomas Birkenstock die Versammlung.

Spendenaktion für den Neubau

Tatsächlich trauere man bereits seit Wochen, seit Vorlage des Gutachtens über die Dachkonstruktion. Womit ob der Risse in den Balken und Wasserschäden klar war: Das Dach ist nicht mehr sicher. Birkenstock: "Wir konnten das nicht mehr verantworten und haben entschieden: Wir machen nicht mehr auf."

Und das nächste Damoklesschwert hängt bereits über dem Verein und dem Hallenbad: Am 1. November findet das Bürgerbegehren statt, bei dem über für oder gegen den Neubau gestimmt wird. Zwar erwartet der Vorstand des Trägervereins ein positives Ergebnis, sicher aber ist das längst nicht.

In der Versammlung sollte nun über die Zukunft des Vereins beraten werden. Dabei standen zuerst die Finanzen zur Diskussion: Das Hallenbad musste coronabedingt zum 15. März schließen, die Mitglieder erhielten somit für ihren Jahresbeitrag kaum eine Gegenleistung. Schwimmen gehen war nicht mehr möglich, wird es mindestens auch für die nächsten drei Jahre nicht mehr sein.

Weitgehend einig war man sich darin, allen Mitgliedern den anteiligen Jahresbeitrag zu erlassen. Anträge sind bis zum 15. November zu stellen; wer verzichtet, erhält eine Spendenquittung.

Ab dem Jahr 2021 sollen zudem keine Jahresbeiträge mehr eingezogen werden, bis das neue Bad wieder öffnet. "Es ist wichtig, dass wir unsere Mitglieder halten", erklärte Birkenstock. Denn ein Neubau komme, werde die Gemeinde sicherlich wieder einen neuen Betreiber suchen - und wer wäre da naheliegender als der alte. Doch dafür braucht es eine hohe Mitgliederzahl, heute zählt der Trägerverein rund 2500 Mitglieder, bei 1250 (Familien-)Mitgliedschaften.

Eine Sorge konnte vom Verein ausgeräumt werden - die Zukunft der Schwimmmeister. Beide konnten an die Stadt Linden zum Betrieb des dortigen Freibades vermittelt werden. Seit dem 15. Juni sind sie hier tätig.

"Wenn wir 2023 unser neues Bad eröffnen - ich bin da optimistisch - können die beiden gerne wieder ihre Arbeit bei uns aufnehmen", meinte Birkenstock.

Eines zeigte die Versammlung auf jeden Fall: Der Verein kann sich auf viele seiner Mitglieder verlassen. Einige fragten sofort, ob sie auch weiterhin ihren Jahresbeitrag zahlen könnten.

Auch konnte auf Initiative einiger Mitglieder eine Spendenaktion gestartet werden, bei der man schon jetzt seine Bereitschaft für eine Zuwendung erklären kann, sollte der Bürgerentscheid positiv ausfallen. "Wir werden auch weiterhin jeden Cent sammeln und damit die Gemeinde bei dem Neubau finanziell unterstützen", betonte Birkenstock.

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