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Die Vogelsberger haben zunehmend SPD gewählt, das Osthessen-Mandat holt sich aber Michael Brand (CDU).

Aufholjagd der SPD reicht nicht zum Erfolg

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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Osthessen (jol). Ein roter Fleck in der schwarzen osthessischen Landschaft ist der östliche Vogelsberg. In Ulrichstein errang SPD-Direktkandidatin Birgit Kömpel 31,8 Prozent der Wählerstimmen und lag rund fünf Punkte vor Michael Brand. Der CDU-Bundestagsabgeordnete erhielt dennoch ein klares Votum, die Arbeit in Berlin fortzusetzen. Dabei ist das Ergebnis in den Vogelsberg-Kommunen des Osthessen-Wahlkreises uneinheitlich.

Kömpel lag in Grebenau, Lauterbach, Grenenbhain und Wartenberg vorn. Brand hat gute Resultate in Schlitz, Freiensteinau und Herbstein. In Freiensteinau rückte Martin Hohmann (AfD) auf knapp über 20 Prozent vor.

Bei den Zweitstimmen färbt sich der Vogelsberg weitgehend rot. So verbuchen die Sozialdemokraten in Ulrichstein 29,1 Prozent, in Schlitz sogar 29,7 Prozent, sogar das traditionell schwarze Herbstein votierte mit 29,9 zu 28,1 Prozent für die SPD. Nur in Freiensteinau hat die CDU die Nase vor, die dortigen 26,6 Prozent bedeuten allerdings ein Minus von 7,8 Prozent zu 2017.

Michael Brand erklärt nach seiner Wiederwahl , das sei für die Union eine große Klatsche, aber kein k.o.-Schlag. »Wir waren sehr unter Wasser und haben uns in den letzten Wochen mit viel Einsatz auf Augenhöhe zurückgekämpft.« Er hofft auf eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP, das sei die »gesündeste für unser Land, weil sie bürgerliche Mitte, konservative und ökologische Elemente zusammenführen kann«. Der Industriestandort Deutschland solle sich zu einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft entwickeln.

Das Wahlergebnis in Osthessen nennt er eine schöne Bestätigung, Ermutigung und »eine große Verpflichtung, mich weiter in Berlin für unsere tolle Region und die Leute hier rein zu hängen«. Die Region bleibt eine CDU-Hochburg.

Birgit Kömpel verweist auf Zugewinne in den letzten Monaten. Noch vor Kurzem war die SPD abgeschrieben, aber mit hoch motivierten Aktiven habe man »eine tolle Aufholjagd hinbekommen«. Sie persönlich hat Stimmen gut gemacht, auch wenn das Endergebnis noch nicht feststeht. Sie steht auf Platz 16 der Landesliste und rechnet nicht damit, über diese Schiene nach Berlin zu gelangen. Zu der Freude über den positiven Trend in Osthessen kommt die über »das tolle Ergebnis« für die Bundes-SPD. Zur Erinnerung: Bei der Wahl 2017 lag CDU-Bewerber Michael Brand mit 45,2 Prozent der Wählerstimmen klar vor Birgit Kömpel, die für die SPD auf 20,2 Prozent kam. Gut schnitt AfD-Kandidat Martin Hohmann aus Neuhof mit 17,6 Prozent der Stimmen ab. Damals holte die CDU holte 39 Prozent , die SPD nur 18,1 Prozent .

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