Auch ohne Autobahnen gut zu tun

  • Thomas Brückner
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Am 1. Januar kam Hessens Straßenbauverwaltung eine »Last« abhanden: Geht es um Bundesfernstraßen, plant seither mit der bundeseigenen Autobahn GmbH der Baulastträger selbst. Genug zu tun bleibt für die Straßenbauer von Hessen Mobil dennoch: 2021 stehen allein im Gießener Land 14 Projekte auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen an.

Die Corona-Krise hat so manche Branche ins Mark getroffen. Weitgehend verschont geblieben ist bislang der Bau. Dies trotz erheblicher Preissteigerungen. Laut dem Hauptverband der Bauindustrie verteuerte sich etwa Bitumen seit 2016 um 56 Prozent, Betonstahl um 37 Prozent. Lieferengpässe bei Kies und Sand, höhere Kosten für Transport und Deponierung von Erdaushub beziehungsweise Baustoffen kämen hinzu.

Betroffen ist natürlich auch der Straßenbau. Doch auch hier ohne gravierende Folgen für die Auftragslage, wie unter anderem am Bauprogramm 2021 von Hessen Mobil fürs Gießener Land zu sehen ist.

Inzwischen liegt auch die Planung des Kreises vor, für den die Straßenbauer in diesem Jahr sieben Projekte mit einem Kostenvolumen von sieben Millionen Euro realisieren. In die Unterhaltung von Bundes- und Landesstraßen steckt der Staat weitere elf Millionen. Allein die nächste Etappe der Instandsetzung der B 3 zwischen Gießen und Marburg ist auf drei Millionen taxiert. Dafür wird zwischen Staufenberg-Süd und dem Nordkreuz Gießen eine 30 Zentimeter starke neue Trag-, Binder- und Gussasphaltschicht eingebaut. Sozusagen in einem Rutsch mitsaniert wird die L 3146 zwischen dem Kreisverkehr am Ortsausgang Staufenberg und der B 3, inklusive der Anschlussstelle.

Warten auf Kreisel in Trais-Horloff

Dass der Sanierung nächster Streich nicht der letzte sein wird, bestätigte Hessen Mobil auf Nachfrage. Danach steht der Abschnitt zwischen Staufenberg-Süd und Staufenberg-Nord/Lollar - beide Fahrtrichtungen - »in den kommenden Jahren« an.

Mit 300 000 Euro vergleichsweise günstig kommt dem Bund die Erneuerung beider Ampelanlagen südlich von Krofdorf-Gleiberg (Anschlussstelle der A 480): Zwecks »Verbesserung des Verkehrsablaufs im Zuge der B 429« werden beide erneuert und die Koordinierung der Signalprogramme verbessert.

Für das Land setzt Hessen Mobil die Sanierung der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen fort (die GAZ berichtete mehrfach). Im Frühjahr 2020 begonnen, soll das Projekt erst im Herbst 2022 abgeschlossen sein. Im Mai steht hier noch die Erneuerung der Horloff-Unterführung an. Gleiches ist für die 1949 errichtete Gewölbebrücke am Ortsausgang von Münster geplant; eine Maßnahme, die bereits 2020 über die Bühne gehen sollte, jetzt für die zweite Jahreshälfte vorgesehen ist.

Dann soll auch die Erneuerung des Fahrbahnbelags zwischen Wißmar und Ruttershausen beginnen. Die naturschutzfachlichen Vorarbeiten für den Rad- und Gehweg zwischen Wieseck und Alten-Buseck wurden bereits im Vorjahr erledigt, zur Jahresmitte soll jetzt der eigentliche Bau beginnen und im Frühjahr enden. Kosten für die 1,9 Kilometer lange Strecke: 3,15 Millionen Euro.

Nicht voran geht es dagegen mit dem Kreisel bei Trais-Horloff: Im Vorjahr bereits storniert, ist das Projekt wieder nicht im Programm. Nach Auskunft von Hessen Mobil braucht die Planung der »bauzeitigen Umfahrung der Baustelle« noch Zeit.

Zu den Kreisstraßen: Bereits saniert wird ein 150 Meter langer Abschnitt in der Ortsdurchfahrt Trohe. Läuft alles am Schnürchen, ist alles bereits im Mai neu. Von anderem Kaliber sind da die seit Oktober 2019 laufenden Arbeiten in Birklar: Im Sommer aber soll hier wieder der Verkehr rollen. Mit Lumda und Stangenrod kommen gleich zwei Grünberger Stadtteile in den »Genuss« einer Baustelle: Beide Ortsdurchfahrten werden ab dem Herbst grundhaft erneuert, bis zum Frühjahr soll alles erledigt sein.

In Grünberg gleich zwei Baustellen

Etwas länger, vom Herbst bis zum Sommer 2022, dürfte die grundhafte Erneuerung der Ortsdurchfahrt Langd dauern. Auch da gilt »all-inclusive«, also samt Sanierung von Gehwegen, Kanal und Wasser. »Nur« eine neue Decke braucht es auf der Landstraße zwischen Ruppertsburg und Gonterskirchen. Bauzeit: Herbst 2021 bis Anfang 2022.

Mit der Lahn-Unterführung bei Wißmar steht eine weitere Brücke im Programm. 1973 erbaut, weist sie auf 115 Metern allerdings größere Schäden auf, in Teilbereichen liegt gar die Bewehrung frei. Erst nach Abschluss der Bauwerksuntersuchungen steht der Umfang der Arbeiten fest, los geht es daher auch frühestens im vierten Quartal.

Alle Projekte im Überblick

B 3, Staufenberg: Fahrbahnerneuerung zwischen Staufenberg-Süd und Nordkreuz Gießen; Verkehrsführung: 3+1 (eine Spur auf Gegenseite), (Teil-)Sperrungen bei Arbeiten an Anschlussstelle; Bauzeit: voraussichtlich April bis Oktober; Kosten: 3,0 Mio. Euro.

B 429, Krofdorf-Gleiberg: Überplanung Ampel; Bauzeit: Tagesbaustellen über drei Monate verteilt, Beginn offen; Kosten: 200 000 Euro.

L 3138, Gonterskirchen: Erneuerung Ortsdurchfahrt; Bauzeit: Mitte 2020 bis Herbst 2022; Vollsperrung; Kosten der Gemeinschaftsmaßnahme von Stadt, Land und Kreis: rund 3,8 Millionen Euro.

L 3093, grundhafte Erneuerung der Fahrbahn zwischen Wißmar und Ruttershausen; Bauzeit: ca. vier Monate, zweite Jahreshälfte; Vollsperrung; Kosten: 350 000 Euro.

L 3128, Neubau Rad- und Gehweg Wieseck - Alten-Buseck, Straßensanierung im Bereich des Gewerbegebiets; Bauzeit: ca. neun Monate, ab zweiter Jahreshälfte; halbseitige Sperrung, Vollsperrung bei Arbeiten im Bereich des Gewerbegebiets; Kosten: rund 3,15 Millionen Euro.

L 3138, Gonterskirchen: Instandsetzung Horloff-Brücke; Bauzeit: voraussichtlich Mai 2021 bis Herbst 2021; Vollsperrung; Kosten: 330 000 Euro.

L 3481: Instandsetzung der Äschersbachbrücke in Münster, Bauzeit: Sommer bis Herbst 2021; Vollsperrung; Kosten: 300 000 Euro.

K 143, Trohe: Sanierung der Danziger Straße; Bauzeit: bis Mai 2021; Vollsperrung; Kosten (Anteil Kreis): 185 000 Euro.

K 166, Birklar: Ausbau Ortsdurchfahrt; Bauzeit: Oktober 2019 bis Mitte 2021; Vollsperrung; Kosten: ca. 3,9 Mio. Euro (Anteil Kreis: 1,5 Mio. Euro).

K 25, Wißmar: Instandsetzung Brücke; Bauzeit: frühestens viertes Quartal; Vollsperrung; Kosten: 300 000 Euro.

K 39, Stangenrod: Erneuerung Ortsdurchfahrt, inkl. Gehwege, Kanal, Wasser; Bauzeit: Herbst bis zweites Quartal 2022; Vollsperrung; Kosten: 500 000 Euro (Anteil Kreis).

K 41, Lumda; Erneuerung Ortsdurchfahrt, inklusive Gehwege, Kanal, Wasser; Bauzeit: Herbst 2021 bis Frühjahr 2022, Vollsperrung; Kosten (Kreis): rund 950 000 Euro.

K 187, Langd: Erneuerung Ortsdurchfahrt, inkl. Gehweg, Kanal, Wasser; Sommer 2021 bis Herbst 2022; Vollsperrung; Kosten (Kreis): 770 000 Euro.

K 189, Laubach: Deckenerneuerung zwischen Ruppertsburg und Gonterskirchen; Bauzeit: Herbst 2021 bis Anfang 2022; Vollsperrung; Kosten: rund 900 000 Euro; GRAFIK: MANK

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