Ihre Tage scheinen gezählt: die Holzbrücke über die Laubach im Schlosspark. Wiederholt repariert, nicht mehr verkehrssicher, soll sie durch eine massive Konstruktion ersetzt werden. FOTO: TB
+
Ihre Tage scheinen gezählt: die Holzbrücke über die Laubach im Schlosspark. Wiederholt repariert, nicht mehr verkehrssicher, soll sie durch eine massive Konstruktion ersetzt werden. FOTO: TB

Auch Laubach-App kann kommen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Laubach(tb). Die aktuelle Finanzplanung der Stadt Laubach weist Erträge von 21,5 Millionen Euro aus. Was wenig besagt, entscheidend ist die Zahl unterm Strich: Danach, so zumindest steht’s im Etatentwurf, erzielt die Kommune 2020 einen Überschuss von 420 145 Euro. Zum fünften Mal in Folge, also kann Laubach in Bälde dem "Rettungsschirm" Lebwohl sagen.

Dass das Plus seit Einbringung des Haushalts vor sechs Wochen um 30 000 Euro geschrumpft ist - vor allem wegen der 20 000 Euro für die Sanierung jüngst eingestürzter Stützmauer in Gonterskirchen - dürfte die Abstimmung des Stadtparlaments am 20. Februar aber nicht beeinflussen: Die CDU/FW-Mehrheit steht hinter der Verwaltungsvorlage, wie die Sitzung der Fachausschüsse nun gezeigt hat. Bei nur einer Neinstimme der BFL und Enthaltung von Grünen, FBLL und SPD wurde der Etat abgesegnet. Änderungsanträge brachten nur die Genossen ein, der Rest der Opposition verwies auf noch ausstehenden Beratungsbedarf.

"Wir sind die einzigen, die sich aus der Deckung wagen, Schande über Sie", formulierte SPD-Sprecher Hartmut Roes- chen, etwas gewagt. Und bat um Nachsicht, was Informationsdefizite seiner Fraktion betrifft. Etwa zur bereits beschlossenen zentralen Beschaffung von Hundekotbeuteln anstelle der Finanzierung über die Ortsbeirats-Budgets oder zur "Laubach-App", die im ersten Jahr rund 10 000 Euro kosten soll und wofür die Verträge längst geschlossen sind. Roeschen: "Wir sitzen eben nicht am Springquell der Information."

Die SPD-Anträge im einzelnen samt Erläuterungen der Verwaltung in Klammern: Streichung der 40 000 Euro für Treppensanierung am Jugendgästehaus (nötig wegen Schimmels in zwei Zimmern); nur 15 000 statt 40 000 Euro für Spielgeräte (Gros für Erweiterung der Anlage am Schlossparkkiosk vorgesehen, davon nicht übertragbare 30 000 Euro aus IKEK-Mitteln); Streichung der 40 000 Euro für den Bau einer Steinbrücke am Schlossparkkiosk (Holzkonstruktion nicht mehr verkehrssicher); Einstellung von Mitteln für Gehwegbau in Röthges (von Hessen Mobil abgelehnt) und in Gonterskirchen (105 000 Euro dafür im Jahr 2023 vorgesehen); Streichung von 30 000 Euro fürs Stadtmarketing (unter anderem für "Laubach-App" etatisiert). Aufs Neue beantragte die SPD zudem die Kürzung des Zuschusses für die Tourismus GmbH um 10 000 auf 90 000 Euro sowie die Streichung der 150 000 Euro für Radweg Richtung Freienseen.

Um es kurz zu machen: Alle Anträge der Genossen wurden, meist bei Enthaltung der "Oppositionspartner", abgelehnt.

Im Übrigen diente die Sitzung der Information, war hier - Bürgermeister Peter Klug ist erkrankt - meist Kämmerer Timo Schuhmann gefragt. Zu den vorgenannten Forderungen sowie etwa zur Brückensanierung "An der Wetter/In der Steinbach" (Kernstadt): Immerhin 230 000 Euro soll dies kosten.

Michael Köhler (Grüne) sprach noch die geplante Wald-Kita in Freienseen, getragen von einem Elternverein, an. Und regte an, sich Gedanken über eine Umschichtung des Zuschusses ans "Stift" zu machen. Das von der Stadt beglichene Defizit steigt heuer von 1,4 auf 1,8 Millionen, was neben den tariflichen Anpassungen aus der Erweiterung der Kita Wetterfeld resultiert. Dirk Hofmann (FBLL) zeigte Verständnis für die Anpassung, wünschte allerdings einen detaillierten Verwendungsnachweis.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare