Klasse 4a der Grundschule Homberg

Aus Asche wird Seife

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Jeder kennt und benutzt sie täglich, die Seife. Doch wie wird sie hergestellt? Dies und noch einiges mehr fragten wir uns und machten uns auf den Weg nach Appenrod zu Alexandra Glatthaar, die eine Seifenmanufaktur betreibt.

Jeder kennt und benutzt sie täglich, die Seife. Doch wie wird sie hergestellt? Dies und noch einiges mehr fragten wir uns und machten uns auf den Weg nach Appenrod zu Alexandra Glatthaar, die eine Seifenmanufaktur betreibt.

Vor 6500 Jahren wurde das erste Rezept zur Herstellung von Seife auf einer Tontafel von den Sumerern aufgeschrieben. Uns wunderte, dass die Sumerer die Seife als Medizin zur Wundsäuberung und zum Abwaschen von "Schmutz" nutzten. Damals entstand Seife aus Fetten und Asche. Ein Schüler sagte ganz erstaunt: "Mit Asche säubern? Das geht doch nicht!" Frau Glaathaar erklärte uns, dass Asche eine Lauge enthält. Diese wurde mit Fett in Verbindung gebracht. Diese beiden Stoffe reagierten miteinander. Die Reaktion nennt man Verseifung. Selbstverständlich benutzt Frau Glaathaar heute keine Asche zum Herstellen ihrer Seife wie ihrer Großmutter früher. Sie kann auf die Lauge zurückgreifen.

Zunächst schilderte sie uns, dass man keine besonderen Maschinen benötigt, aber große Töpfe seien wichtig. Zu Beginn werden feste Zutaten wie Kakaobutter auf Herdplatten flüssig gemacht. Anschließend gibt man die bereits erwähnte Lauge, Pigmente und den entsprechenden Duft in Öl/ Laugen-Mischung hinzu und verrührt es mit einem Stabmixer. Die Pigmente sind für die Farbe der Seife zuständig. Hier entdeckte eine Schülerin ein ganzes Regal voll verschiedener Farbtöne. Die noch flüssige Masse wird dann in Boxen abgefüllt. Wie bei den Sumereren reagiert die Lauge mit den Fettsäuren aus dem Öl und ein fester Stoff entsteht. Dies dauert eine Woche. Nach der Ruhephase kann der feste Seifenblock aus der Form geholt und in einem "überdimensionalen Eierschneider" in entsprechende Seifenstücke geschnitten werden. Die Seifenstücke werden noch sechs weitere Wochen gelagert, bevor sie endgültig zum Verkauf verpackt werden.

Besonders beeindruckt hat uns, dass an einem Tag bis zu 720 Seifenstücke hergestellt werden können, je nachdem wie viele Boxen aufgesetzt werden. Wie Muster auf die Seifenstücke kommen, konnten wir selbst sehen. Frau Glatthaar gebraucht dazu einen Holzstempel, welchen sie mit Farbpigmenten bestreut und auf das Seifenstück drückt.

Der Unterschied zu gekaufter Seife ist, dass Frau Glatthaar selbst entscheiden kann, was sich in der Seife befindet. So kann sie den Pflegeanteil in der Seife variieren, indem sie den Anteil freien Fettes erhöht. "Meine Seife ist also eine Pflege für deine Haut", so Frau Glatthaar. Überrascht waren wir, als sie uns berichtete, dass die Flüssigseife, welche viele von uns benutzen, gar keine richtige Seife ist. "Das sind Tenside, die sauber machen."

Kann Seife eigentlich schlecht werden? war eine unserer Fragen. Als Antwort zeigte Frau Glatthaar uns ihre erste selbst hergestellte Seife, die sie als Andenken in der Seifenmanufaktur aufhebt. Diese Seife ist 13 Jahre alt. Man kann sie noch benutzen, allerdings hat sie ihren Duft verloren. In der kleinen Seifenmanufaktur werden 22 unterschiedliche Seifensorten hergestellt. Dabei gibt es Sorten eher für die Winter- und solche für die Sommerzeit. Neben Seife stellt Frau Glaathaar auch Milchbäder, Badepralinen und Peelings her. Kaufen kann man all diese Produkte in ihrem Laden im Haus, auf verschiedenen Märkten und im Internet.

Uns interessierte noch, wie Frau Glatthaar auf die Idee kam, Seife herzustellen. "Ich habe mein Hobby 2004 zum Beruf gemacht. Es ist schön, jeden Tag das zu tun, was man gerne macht", meinte sie. Sie absolvierte zuvor eine Ausbildung im Labor und arbeitete dort auch einige Zeit. Als sie eine Familie gründete und mehr Zeit für ihre Kinder haben wollte, entschied sie sich dafür, ihren Beruf im Labor aufzugeben und sich eine eigene Seifenmanufaktur aufzubauen. "Es ist eine tolle Herausforderung, da ich viele verschiedene Berufe ausübe", so Frau Glatthaar. Sie sei Managerin, Grafikerin, Designerin und vieles mehr. Am Ende unseres Ausfluges bedanken wir uns bei Frau Glatthaar für den tollen Tag und jeder bekam ein Stück Seife geschenkt, welches uns an den informativen Ausflug in die Seifenmanufaktur erinnern wird.

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