Aktuell kann man an der Tankstelle Ganseburg nicht tanken, da die Umbaumaßnahmen bereits angelaufen sind. Ab Mitte Mai soll der Betrieb durch den neuen Pächter wieder aufgenommen werden. FOTO: PM
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Aktuell kann man an der Tankstelle Ganseburg nicht tanken, da die Umbaumaßnahmen bereits angelaufen sind. Ab Mitte Mai soll der Betrieb durch den neuen Pächter wieder aufgenommen werden. FOTO: PM

Aral statt Esso für die Ganseburg

  • vonLena Karber
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Die Ganseburg an der B 49 war seit ihrer Gründung eine Esso-Tankstelle. Doch Anfang dieser Woche wurden die Zapfsäulen abgeschraubt, denn es steht ein Wechsel bevor: Ab Mai wird der Mineralölkonzern Aral die Tankstelle betreiben. Überzeugt hat die Inhaber nicht zuletzt das geplante Shop-Konzept.

Seit 1957 die ersten Zapfsäulen gestellt wurden, war die Tankstelle Ganseburg an der B 49 eine Esso-Tankstelle. Nachdem sie viele Jahre in Eigenregie betrieben worden war, wurde sie Mitte der 1990er Jahre von Familie Fiedler an Esso verpachtet, während sich der Inhaber Karl Fiedler und seine Frau Ursula von nun an hauptsächlich auf das Gasthaus konzentrierten. Doch jetzt steht ein Wechsel an: Die in diesem Monat auslaufenden Verträge mit Esso wurden nach 25 Jahren nicht verlängert, stattdessen übernimmt ab Mai der Mineralölkonzern Aral.

"Uns gibt es an diesem Standort seit über 200 Jahren", sagt Patrick Fiedler, Sohn von Karl und Ursula Fiedler. Er verweist auf seinen Ururgroßvater, der auf der Anhöhe am Rande der Busecker Gemarkung 1822 eine Pferdeumschlagstation eingerichtet hatte. "Gerade deshalb ist es besonders wichtig, am Zahn der Zeit zu bleiben."

Nach der langjährigen Zusammenarbeit mit Esso sei der Familie die Entscheidung nicht leichtgefallen, sagt Patrick Fiedler. Aber nachdem das deutsche Tankstellennetz von Esso vor zwei Jahren verkauft worden sei, hätten dort strukturelle Veränderungen angestanden und man sei nicht mehr zusammengekommen. Generell würden bei Vertragsverhandlungen die Karten eben stets neu gemischt. Es sei wichtig, sich einen Partner zu suchen, mit dem man sich auch für die Zukunft gut aufgestellt sehe.

Durch verschiedene Faktoren, etwa erneuerbare Energien, werde sich der Tankstellenmarkt in den nächsten Jahren sehr stark verändern, glaubt Fiedler. "Dafür haben wir jetzt einen starken Partner mit einer überzeugenden Zukunftsperspektive gefunden." Insbesondere die Studien des Konzerns, die sich mit Tankstellenmodellen für die Zukunft beschäftigen, hätten ihn überzeugt.

Doch auch das Shop-Konzept von Aral mit einem "Rewe to go" in der Station war für die Familie ein entscheidendes Argument. "Wir haben in der Nähe viele Ortschaften, die keine Nahversorger haben", sagt Patrick Fiedler. "In den Abendstunden und am Wochenende fungieren wir für Orte wie Rödgen, Annerod und Oppenrod als kleiner Einzelhandelsladen. Zudem entstehen rundum neue Baugebiete, für die wir eine Nahversorgung bieten wollen." Auch für die Versorgung mit Obst, Gemüse, Salaten, Sushi-Platten, Sandwiches und Kaffee sei Aral gut aufgestellt. "Das hat mir alles sehr gut gefallen", sagt Fiedler, der dieses Konzept auch für Mitarbeiter in den umliegenden Gewerbegebieten "perfekt" findet. So ein Angebot habe die ganzen Jahre gefehlt.

Am vergangenen Sonntag hatte die Esso-Tankstelle zum letzten Mal geöffnet, bereits am Montagmorgen um acht Uhr wurden die Zapfsäulen abgeschraubt. Nach Auskunft von Marc Schulte, Pressesprecher bei Aral, soll die Tankstelle nach Abschluss der ersten Umbaumaßnahmen, die unter anderem eine Anpassung an das Erscheinungsbild von Aral beinhalten, ab Mitte Mai wieder für die Kunden geöffnet sein. Die Eröffnung des geplanten Rewe-Shops werde sich aufgrund der "nicht zuverlässig möglichen Planung und Umsetzung" im Zuge der Corona-Pandemie verzögern.

Gerade jetzt, wo die Gaststätte wegen des Virus geschlossen haben muss, deutet Patrick Fiedler die anstehenden Veränderungen als positives Signal. "Die Arbeit muss ja weitergehen."

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