In einem Ausschreibungsverfahren werden aktuell die Zugverbindungen auch im Gießener Land für die Jahre 2023 bis 2038 verhandelt. ARCHIVFOTO: GECK
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In einem Ausschreibungsverfahren werden aktuell die Zugverbindungen auch im Gießener Land für die Jahre 2023 bis 2038 verhandelt. ARCHIVFOTO: GECK

Appell vor Weichenstellung

  • vonStefan Schaal
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Die Zukunft der Main- Weser-Bahn und damit auch die Zuganbindung Lindens an die Strecke nach Frankfurt wird derzeit verhandelt. Die Stadt Linden soll sich nun beim RMV und bei Landrätin Anita Schneider für eine Stärkung des Bahnhofs in Großen-Linden einsetzen.

Die Stadt Linden soll sich bei Landrätin Anita Schneider dafür einsetzen, die Anbindung des Bahnhofs in Großen-Linden an die Main-Weser-Bahn zu stärken. Für einen entsprechenden Antrag der CDU dürften sich Lindens Stadtverordnete mehrheitlich aussprechen.

Im Januar laufe ein Ausschreibungsverfahren der Main-Weser-Bahn aus, das die Zugverbindungen der Jahre 2023 bis 2038 regele. "Mir geht es um eine politische Willensbekundung", erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Hille.

Über den Nahverkehr in Mittelhessen und die Anbindung Lindens würden derzeit langfristig bedeutsame Entscheidungen getroffen. "Die Zugverbindung soll für die Pendler besser werden. Wir wollen auf die Situation aufmerksam machen."

Zu der Sitzung des Notausschusses am Dienstag per Videokonferenz war auch die Landrätin eingeladen. Schneider hatte allerdings abgesagt. "Aus vergaberechtlichen Gründen", erklärte sie. Sie wolle Interessenskonflikte vermeiden. Die Landrätin sitzt auch im Aufsichtsrat des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV).

Nach der Absage Schneiders formulierte die CDU-Fraktion kurzfristig eine Resolution, um dem Wunsch, den Lindener Bahnhof zu fördern, mehr Ausdruck zu verleihen. Dies stieß allerdings auf Ablehnung. Es sei schwierig, in einer Online-Sitzung die kurz vor der Sitzung formulierte Resolution zu lesen und dann darüber zu diskutieren, sagte der Ausschussvorsitzende Axel Globuschütz.

Den Antrag hatte maßgeblich Hendrik Lodde (CDU) auf den Weg gebracht. Der öffentliche Nahverkehr sei dann attraktiv, "wenn er schnell, regelmäßig und vor allem verlässlich ist", sagte er. Derzeit herrsche aber eher ein "Kuddelmuddel". Der Mittelhessenexpress sei durch seine Konstruktion aus zwei unterschiedlichen Teilzügen aus Wetzlar und Marburg kommend "ein Beispiel negativer Art für Verlässlichkeit". Die beiden Züge sollten in Gießen nicht mehr miteinander gekoppelt werden, erklärte er. Eine Trennung der beiden Züge könne zu weniger Verspätungen führen, weil derzeit immer wieder der eine auf den anderen Zug warten müsse. Außerdem entfalle die zeitraubende Kopplung. Und die Bahnhöfe in Linden und Langgöns könnten stärker etabliert werden. "Im Wetteraukreis ist im Gegensatz zum Landkreis Gießen nahezu jeder Bahnhof wie Butzbach, Bad Nauheim, Friedberg und Bad Vilbel ein Regelhalt des Mittelhessenexpress", sagte Lodde. Dies müsse auch für Linden und Langgöns erreicht werden.

"Wir haben in dem Ausschreibeverfahren keine Rechte", äußerte Manfred Leun von den Freien Wählern Kritik. Wenn man allerdings nur den Wunsch der Stadt Linden zum Ausdruck bringe, ohne dabei die Landrätin in die Pflicht zu nehmen, sei der Antrag in Ordnung.

Gudrung Lang von der SPD-Fraktion sprach von einem "Schauantrag". In der Diskussion zeichnete sich aber weitgehende Zustimmung und eine Mehrheit für den Antrag ab. Abgestimmt wurde im Umlaufverfahren, das Ergebnis stand am Mittwochabend noch nicht fest.

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