Singalumnat

Anwohnerversammlung berät weiteres Vorgehen

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Laubach (tb). Der Stadtverordnetenbeschluss in Sachen "Singalumnat" steht. Und er ist nicht im Sinne des Vereins "Lebenswertes Laubach" ausgefallen. Wie dessen Sprecher Andreas Wenig am gestrigen Freitag mitteilte, will man zunächst in einer Anwohnerversammlung das weitere Vorgehen diskutieren. Der Verein selbst hat sich bereits entschieden: Mit einem Bürgerbegehren bzw. Bürgerentscheid soll der Beschluss pro vorhabenbezogenem Bebauungsplan aufgehoben werden.

Vor dem am Donnerstag tagenden Plenum fasste namens der BI Günther Semmler die Kritikpunkte an der neuen Planung nochmals zusammen. Der Dissens zwischen einem "Teil der hier politisch Engagierten" und den meisten Bürgern in der Gombach, dem "Musikerviertel" und darüber hinaus bestehe, so bekräftigte der Anwohner, einzig in der Größenordnung. Übersteige diese doch "alle zugelassenen Bebauungen" in den Wohngebieten der Großgemeinde. "Das verändert die Silhouette des Hausbergs der Laubacher, dem Ramsberg, sehr zum Nachteil. Anblick und Ästhetik verlieren."

Preis mit Planung zu drücken?

Eine Lösung für eine "verträgliche Bebauung" läge nach Ansicht des Vereins in einem "angepassten Grundstückswert". Zu erreichen mit einem Bebauungsplan, der die gleichen Festsetzungen enthielte wie andernorts in Laubach, etwa jene für Schottener Straße oder den "Weinberg".

Gefordert wird also ein Stellplatzschlüssel von 1,75 (statt 1,5). Schließlich hätten die meisten Familien zwei Pkw; nicht zu vergessen seien ebenso die Besucher der 80 bis 100 Neubürger. Freien Parkraum in der Umgebung aber gebe es nicht, dafür aber Engstellen, etwa an der Kita. Neben der Erhöhung der Stellplatzzahl auf dem Grundstück sollten eine Geschossflächenzahl von 0,3 und weitere andere Kriterien in den B-Plan aufgenommen werden.

Würde dies im Gespräch mit dem Bauträger festgelegt, wüssten Verkäufer und Käufer verbindlich - und am Gutachterausschuss orientiert - den realistischen Wert des Grundstücks. "Ein Bauträger könnte das Filetstück zu einem ortsüblichen Preis erwerben und unter Verzicht auf eine ortsbildschädigende XXL-Bebauung Wohnungen wirtschaftlich errichten und verkaufen." Die Abrisskosten seien nicht der Grund, "warum das Grundstück so teuer sein muss, es ist der Grund, warum es nicht so viel wert ist wie gefordert".

Mit dem Beitritt zum Bürgerbegehren im Februar 2018 gegen die Planung der Cons- tans Capital AG, zeigte sich Semmler enttäuscht, habe sich das Stadtparlament noch den Argumenten der Anwohner gegenüber offen gezeigt. Die jetzt vorgesehene Vergrößerung der Gebäude auf 50 Wohnungen bei gleichzeitig weniger Parkplätzen aber sei das Gegenteil.

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