Stein des Anstoßes: Auf dem Sportplatz in Krofdorf-Gleiberg wird ein Funkmast errichtet. FOTO: SO
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Stein des Anstoßes: Auf dem Sportplatz in Krofdorf-Gleiberg wird ein Funkmast errichtet. FOTO: SO

Anwohner fordern Baustopp

  • vonLena Karber
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Davon, dass auf dem Sportplatz in Krofdorf-Gleiberg ein Funkmast gebaut werden soll, wussten die Anwohner bis vor wenigen Tagen nichts. In einem Schreiben fordern sie den sofortigen Baustopp.

Als am vergangenen Mittwoch plötzlich Fahrwegplatten für schweres Gefährt auf dem Sportplatz Seeküppel im Wettenberger Ortsteil Krofdorf-Gleiberg verlegt wurden, da wunderten sich die Anwohner zunächst. Doch als sich herumsprach, dass auf dem Gelände ein Mobilfunkmast gebaut wird, ohne dass die Anwohner zuvor informiert wurden, schlug die Verwunderung schnell in Verärgerung um.

In einem Schreiben an Bürgermeister Thomas Brunner, für das bis Montagmorgen 157 Unterschriften gesammelt wurden, drücken die Anwohner ihr "Bedauern und Entsetzen" über dieses Vorgehen aus und sprechen von einem "Skandal", sofern sich die Auskunft des Bauamts bestätigen sollte, nach der schlicht vergessen worden sei, die Bürger zu informieren.

Zudem äußern sie ihr Unverständnis über die Standortwahl, da die Bauordnung für die Installation von Masten gemeindliche Randgebiete vorsieht. Die Anwohner fragen den Bürgermeister, ob eine Untersuchung bezüglich der Einflüsse auf Mensch und Umwelt durchgeführt worden sei. Neben einem sofortigen Baustopp fordern sie, dass die Unterlagen zu dem Bauvorhaben der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und erläutert werden. Die Notwendigkeit des Mobilfunkmastes sowie ggf. andere Standorte sollten geprüft werden. Dazu solle eine Stellungnahme bezüglich der ausgebliebenen Information der Anwohner erfolgen.

Bürgermeister bezieht Stellung

Auf GAZ-Anfrage hat Bürgermeister Brunner, dem das Schreiben der Anwohner zu diesem Zeitpunkt nach eigener Aussage noch nicht vorlag, zu den Fragen und Forderungen Stellung bezogen und dabei betont, dass es sich bei dem Bauvorhaben nicht um einen zusätzlichen Funkmasten, sondern um einen Ersatz für den Mast handelt, der früher auf dem Dach der Firma Schunk stand. Nachdem Schunk den Vertrag vor einiger Zeit nicht verlängert habe, sei der Mobilfunkanbieter Vodafone auf ein privates Grundstück in der Nähe ausgewichen. Da das Gelände dort noch nicht erschlossen und damit für Wartungsarbeiten etc. nicht geeignet sei, habe es sich dabei jedoch nur um eine provisorische Lösung handeln können. Daher habe die Gemeinde vor fast zwei Jahren eingewilligt, kommunales Gelände zur Verfügung zu stellen. Der Betrag, den Wettenberg dafür erhält, liegt laut Brunner "im sehr niedrigen vierstelligen Bereich jährlich".

"Der Sportplatz wurde gewählt, weil der neue Standort in dem Gebiet liegen muss, in dem sich der Vodafone-Mast auch vorher befand, da er dort für die funktechnische Abdeckung für den Anbieter funktional ist", begründet der Bürgermeister den Standort. "Wenn man von dieser Stelle kilometerweit abweichen würde, hätten Bürger und Gewerbetreibende in diesem Bereich keinen Funkempfang mehr." Zudem habe gerade die geringe Wohnbebauung in der Umgebung des Sportplatzes für diese Wahl gesprochen.

Die Frage, ob es für den Standort eine spezielle Untersuchung gegeben habe, verneint er. "Diese Anlagen sind nicht mehr einzelgenehmigungspflichtig, sondern erhalten von der zuständigen Bundesbehörde eine Standardgenehmigung mit der sie dann beliebig oft in der ganzen Republik installiert werden können, ohne dass zusätzliche Genehmigungsverfahren für die einzelnen Standorte nötig wären", erklärt der Bürgermeister und kommt dabei auch auf die Schattenseiten dieser Regelung zu sprechen. "Deswegen haben wir leider im Vorfeld auch noch keine Informationen dazu erhalten, was für ein Mast mit welchem Ausmaß jetzt gebaut wird, wie ich mir das eigentlich erhofft hätte." Im Vertrag seien zwar Rahmenbedingungen festgehalten, für die technischen Details gebe es jedoch einen Spielraum, über dessen Ausgestaltung er bisher noch nicht informiert worden sei.

Deswegen habe man ein bereits vorbereitetes Schreiben an die Anwohner noch nicht versendet. "Wir wollten von der Firma eigentlich genaue Daten und Angaben dazu haben, wann es losgeht, bevor wir die Anlieger informieren", sagt er und gibt an, von dem plötzlichen Baubeginn selbst überrascht gewesen zu sein. "Wir hätten uns da auch eine bessere Kommunikation gewünscht. Das ist schiefgelaufen an dieser Stelle."

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