Schönes für zu Hause: Ob Kränze, Kerzen oder Lichterketten - weihnachtliche Dekorationen fanden bei den hiesigen Händlern in den vergangenen Wochen sehr sehr guten Absatz. So mancher hatte Schwierigkeiten, die leeren Regale wieder aufzufüllen. FOTO: AGE
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Schönes für zu Hause: Ob Kränze, Kerzen oder Lichterketten - weihnachtliche Dekorationen fanden bei den hiesigen Händlern in den vergangenen Wochen sehr sehr guten Absatz. So mancher hatte Schwierigkeiten, die leeren Regale wieder aufzufüllen. FOTO: AGE

Ansturm auf Kerzen und Co.

  • vonChristina Jung
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Keine Weihnachtsmärkte, keine großen Feierlichkeiten außer Haus. Die Menschen werden die Festtage größtenteils in ihren eigenen vier Wänden verbringen. Wenn das so sein muss, will man diese offenbar besonders schön gestalten. Weihnachtliche Dekorationen und Lichter stehen daher gerade hoch im Kurs.

Erst die Ausgangssperre, jetzt der zweite Shutdown - der Raum, in dem wir uns bewegen dürfen, wird aufgrund stetig steigender Infektionszahlen wieder stark eingeschränkt. Doch schon vor den jüngsten politischen Entscheidungen waren die Menschen häufiger daheim als sonst. Und dort blieb das coronabedingte Cocooning - das Zurückziehen in die eigenen vier Wände - oft nicht ohne Folgen. Während im Frühjahr vor allem die Bau- und Gartenbranche davon profitierte, dass so mancher sein Zuhause aufhübschte, merkten das in den vergangenen Wochen viele Anbieter weihnachtlicher Dekorationen.

"Wir haben mehr als sonst in dieser Zeit verkauft", sagt Lieselotte Barte, Noch-Chefin von Kauflädchen Trend in Großen-Buseck. Vor allem Fensterdeko, Lichterketten und beleuchtete Sterne seien sehr gut nachgefragt worden. Grund dafür ist nach Ansicht der 71-Jährigen ganz klar die Pandemie beziehungsweise ihre Folgen. Die Menschen seien häufig deprimiert und traurig, erzählt Barte, die das aus Gesprächen mit ihren Kunden weiß. Deshalb gestalteten sie sich ihr Zuhause zum Fest in diesem Jahr noch stimmungsvoller als sonst.

Eine Entwicklung, die andere Geschäftsleute im Landkreis bestätigen. Evelin Lachetta beispielsweise, Betreiberin der Blumenvilla in Reiskirchen. Leuchtendes gehe zu dieser Jahreszeit immer gut, aber "in diesem Jahr wollte fast jeder eine Lichterkette", berichtet sie. Und auch in anderen Bereichen habe sie "gefühlt mehr verkauft" als in den Vorjahren. "Ich glaube, die Menschen gönnen sich einfach mehr", so Lachetta mit Blick auf die coronabedingten Einschnitte im Alltag.

"Wir haben schon im Frühjahr gemerkt, dass es sich die Menschen zu Hause schön machen", erzählt Christina Reber-Volz , die mit ihrem Mann den Betrieb "Blumen & Garten Volz" in Lich führt. In der Vorweihnachtszeit sei es ebenso. "Wir haben mehr Tannengrün als sonst verkauft, kamen mit dem Schneiden zum Teil kaum hinterher", erzählt die Floristmeisterin. Auch gewickelte Kränze seien stark nachgefragt gewesen. Gut 50 Prozent mehr als 2019 gingen davon bei "Blumen & Garten Volz" über den Tresen, beim Tannengrün waren es fast 40 Prozent mehr, so die Chefin.

Wegen der stärkeren Nachfrage kam es mancherorts früher als sonst zu Engpässen. Ob Kugeln, Zapfen, Kränze oder Lichterketten, auf die typischen Weihnachtsartikel hat Anke Ollarius einen wahren Ansturm festgestellt. Im sechsten Jahr betreibt sie das Geschäft "Deko & more" in der Grünberger Straße in Reiskirchen. "Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt." Viele Produkte seien früh ausverkauft gewesen. Ersatz nachzubestellen sei schwierig, mitunter unmöglich. Dabei hatte die Unternehmerin im Vergleich zu den Vorjahren sogar mehr Ware eingekauft.

Letzteres hat mit Blick auf die abgesagten Weihnachtsmärkte auch Dirk Dietrich getan, Marktleiter von Baumundo in Hungen. Zudem immer wieder Produkte nachgeordert. Doch selbst das reichte nicht. "Es gab Tage, da hatten wir keine einzige Lichterkette mehr im Haus", berichtet er. Auch die rund 250 Dekorationsartikel im Weihnachtssortiment seien "gut abgegriffen". In der Kasse hat es also ordentlich geklingelt. "Wir haben deutlich mehr Umsatz gemacht", bestätigt Dietrich.

Im rund 15 Kilometer entfernten Grünberg geht es Jochen Freiensehner ganz ähnlich. Der Leiter des Herkules Bau- und Gartenmarktes spricht von einem "absoluten Run" in diesen Tagen. Lichterketten, Baumschmuck und andere Weihnachtsdekorationen seien bereits vergangene Woche nahezu ausverkauft gewesen.

Doch nicht überall ist das so. Im Flo 7 in Grünberg, wo es neben Artikeln für Dekorations- und Bastelbedarf vor allem Schreibwaren gibt, ist man mit Blick auf den Umsatz etwa auf Vorjahresniveau und auch in "Das Mitbringsel" in Wettenberg hielt sich der große Ansturm bisher in Grenzen. Dankbar können also jene sein, die ihr Geschäft bereits gemacht haben. Denn ab morgen bleiben viele Ladentüren wieder geschlossen - Lockdown hart, die Zweite.

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