Ansprache und Aufklärung haben in der Regel gereicht

  • Thomas Brückner
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Gießen(tb). Schlauchbootparty in Berlin, voll besetzte Tische in einer Shishabar in Gießen - nur zwei jüngere Beispiele für Verstöße gegen Corona-Auflagen. Wie sieht es auf dem flachen Land aus?

Nachfragen bei Polizei und Ordnungsämtern bestätigen die Erwartung: Auch bei der Befolgung der Abstands- und Hygieneregeln gibt es ein Stadt-Land-Gefälle - zumindest wenn es um aktenkundiges Fehlverhalten geht. Die Volksweisheit "Gelegenheit macht Diebe" gilt, in abgewandelter Form versteht sich, auch hier: Grünberg ist nicht Gießen.

Aus dem Umland seien keine weiteren Verstöße gegen die Auflagen bekannt, teilte die Polizeipressestelle auf Anfrage mit. Zumindest in letzter Zeit. Am 17. April dagegen hatte es bei Privatfeten in Pohlheim gleich zweimal des Einsatzes der Staatsmacht bedurft. Während der ersten Kontrolle hatten der Pressestelle zufolge die 10 bis 15 Beteiligten die Maßnahmen der Polizei gestört. Einer sei in Gewahrsam genommen, gegen alle Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt worden. Nicht anders im zweiten Fall, als eine Gartenparty mit Lagerfeuer aufgelöst wurde. "Ausnahmen", bilanzierte Pohlheims Ordnungsamtsleiter Carsten Nowak, ansonsten reichten Ansprachen, hätten sich die zumeist Jugendlichen einsichtig gezeigt.

"Keine Verstöße" meldete Grünbergs Ordnungsamtschef Gerhard Schildwächter. Nicht anders die Erfahrung aus Laubach und Lich. "Toi, toi, toi, bisher keine Erkenntnisse", sagte Ordnungsamtsleiter Stephan Högel auf Laubach bezogen. Die Hipos legten den Fokus auf bekannte Treffpunkte, also Ramsberg, Schlosspark, Spiel-, Sport- und Grillplätze. Kollege Thomas Repp kümmert sich um Lich. Und auch dort sind die Erfahrungen, ob nun am Bürgerpark, an der Fasanerie oder an den Grillhütten, positiv: "Das läuft alles recht manierlich ab." Ansprache und Aufklärung habe stets gereicht, die Polizei habe man nicht rufen müssen. Was erst recht seit Lockerung der Kontaktbeschränkungen in Sachen Gruppengröße gelte. Dass die Kontrollen zuweilen schwierig umzusetzen seien, merkte freilich Repp an.

In Heuchelheim ist seit März eine "Corona-Streife" unterwegs, steuert die bekannten Treffs an und klärt auf - vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Appelle und das präventive Konzept wirken: "Bislang", so Bürgermeister Steinz, "musste kein Bußgeld eingesammelt werden."

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