Anonymität durchbrechen

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Gießen(pm). Das Thema "Nachbarschaft" erlebt eine Renaissance. Nachdem über Jahre hinweg die Bedeutung von guten nachbarschaftlichen Verhältnissen abgenommen hat, gewinnt das Thema mehr und mehr an Relevanz, glaubt man dem Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (VHW). Die Überalterung sowie die Tendenz zu Ein-Personen-Haushalten sorgten dafür, dass mehr Menschen auf Hilfe aus der Nachbarschaft angewiesen seien.

Diesen Umstand, informiert der Mieterverein Gießen, machen sich auch Online-Portale zunutze, die seit Jahren an Beliebtheit gewinnen. Und in der Tat bestätigen Untersuchungen den Erfolg von solchen Projekten.

Datenschutz als heikles Thema

So nehme das Gefühl von Anonymität ab. Außerdem falle es den Nutzern leichter, Kontakte zu knüpfen, die oftmals über das eigene soziale Milieu und den Altershorizont hinausgehen. Aber auch für ganz praktische Unterstützung, etwa das Ausleihen von benötigten Gegenständen, seien die Portale hilfreich.

Allerdings sei es ratsam, sich die Datenschutzbestimmungen der Internetseiten genau anzusehen. Denn auch wenn ein sensibler Umgang mit den Daten versprochen werde, würden manche Anbieter im Kleingedruckten ankündigen, die Daten für personalisierte Werbung nutzen.

Verbraucherschützer raten deshalb, nicht pauschal alle Cookies zu erlauben und von den Betroffenenrechten Gebrauch zu machen. Diese räumen dem Nutzer beispielsweise Auskunftsansprüche, aber auch die Widerspruchsmöglichkeit zur Datennutzung oder die Löschung der gespeicherten Daten ein.

Dass der Wunsch, im Netz anonym zu bleiben, mit dem Ansinnen der Portale teilweise im Widerspruch steht, wollen diese doch gerade solche Anonymität durchbrechen, geben jedoch auch die Experten des Mietervereins zu bedenken. So kann eine Verifikation mithilfe des Personalausweises dazu dienen, betrügerische Profile zu verhindern.

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