Angeklagte sagen noch nicht aus

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Gießen/Biebertal(con). Holpriger Start im Drogenprozess am Gießener Landgericht: Nachdem bereits der Prozessauftakt um mehrere Fälle von Drogenhandel, Geldwäsche und weiteren Delikten gegen drei Männer und zwei Frauen aus Biebertal, Butzbach, Kirch-Göns und Wächtersbach wegen einer Quarantäneanordnung verschoben werden musste, stand nach der verspäteten Eröffnung des Verfahrens in der vergangenen Woche nun auch der zweite Verhandlungstag unter keinem günstigen Stern.

Die beiden angeklagten Frauen, eine 43-Jährige aus Biebertal und eine 33-Jährige aus Wächtersbach, ließen von ihren Strafverteidigern erklären, dass ihre geplanten Einlassungen nicht wie geplant stattfinden können. Die 33-Jährige will sich zu den Vorwürfen gegen ihre Person erklären, doch dies nur in Gegenwart beider ihrer Verteidiger. Da einer ihrer Anwälte am Montag jedoch bei einer anderen Verhandlung involviert war, wurde ihre Einlassung auf kommende Woche verschoben.

Weiteres Verfahren

Im Fall der 43-Jährigen liegt die Sachlage etwas anders: Wie Ende der vergangenen Woche bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche gegen die Angeklagte aufgenommen. Da dieses jedoch in Verbindung zu den aktuell verhandelten Vorwürfen stehen könnte, verlangen ihre Verteidiger zuerst Akteneinsicht in das neue Verfahren, bevor sie ihre Einlassung tätigen kann. Allerdings steht die Bereitschaft der 43-Jährigen zu einer Einlassung weiterhin fest. So blieb dem Vorsitzenden Richter Jost Holtzmann nichts anderes, als den Verhandlungstag unverrichteter Dinge zu beenden.

Vor der Zweiten Großen Strafkammer müssen sich drei Männer und zwei Frauen verantworten, sie werden vertreten von insgesamt zehn Anwälten. Der 41-jährige S. aus Biebertal soll die treibende Kraft gewesen sein. Gemeinsam mit weiteren, gesondert verfolgten Partnern sollen die fünf Angeklagten zwischen Januar und November 2019 mehrere Hundert Kilogramm Cannabis nach Deutschland geschmuggelt und gewerbsmäßig verkauft beziehungsweise dabei geholfen haben. Zudem stehen Vorwürfe wegen Geldwäsche und illegalen Besitzes militärischer Waffen im Raum. Alle Drogen sollen die Angeklagten über Spanien und Frankreich mit dem Auto nach Deutschland eingeführt haben. Im November 2019 klickten die Handschellen für alle Angeklagten.

Die Drogen sollten unter anderem in Gießen, Reiskirchen und Butzbach verkauft werden. Hinzu kommen Fälle von Geldwäsche, die der Hauptangeklagte über mehrere Arbeitsverhältnisse begangen haben soll. Insgesamt soll der 41-Jährige durch seine Drogengeschäfte rund 735 000 Euro erlangt haben. Das Verfahren wird fortgesetzt.

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