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Analysieren und ankommen

  • VonChristina Jung
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Manuel Rosenke wird Fernwalds neuer Verwaltungschef. Frank Stein bleibt den Bürgern als Gemeindevertreter und Ortsvorsteher von Albach erhalten. Am Tag nach der Entscheidung stehen die Analyse und das Ankommen in der Realität im Fokus.

Die Gemeinde fit für die Zukunft machen. Die Debatten in der Kommunalpolitik auf eine sachliche Ebene zurückführen. Früher über Sachlagen informieren und gesellschaftlich relevante Gruppen bei wichtigen Themen einbeziehen. Das und noch viel mehr hatte sich Manuel Rosenke für den Fall eines Wahlsieges vorgenommen. Nun muss er liefern. Ab 1. Januar 2022 werden ihm die Mandatsträger - Unterstützer wie Gegner - dabei auf die Finger schauen. Die Hoffnung, dass er mit frischem Wind, einer anderen Herangehensweise an die Themen und seiner Persönlichkeit eine Veränderung bewirken kann, ist bei vielen groß.

Rosenke selbst zeigt sich am Tag nach der Wahl zuversichtlich, seine Versprechen ab dem kommenden Jahr einlösen zu können. Auch wenn er gerade erst begreife, dass er in knapp sechs Monaten tatsächlich der Chef seiner Kollegen sein wird.

Die große Mehrheit der Verwaltung stehe hinter ihm, sagt Rosenke. Das will er nutzen und auch hier auf frühzeitige Kommunikation setzen, »damit das Verhältnis wieder besser wird«, so der Albacher. Gemeint sind damit nicht etwa die Beziehungen der Kollegen untereinander, sondern die einiger zu ihrem Vorgesetzten, Bürgermeister Stefan Bechthold. Rosenke: »Ich bin mir sicher, dass ab dem 1. Januar 2022 in der Verwaltung eine andere Stimmung herrschen wird.«

150 Glückwünsche hätten ihn seit Bekanntwerden seines Wahlsieges per WhatsApp, Instagram und Facebook erreicht, berichtet der 38-Jährige am Montagvormittag im GAZ-Gespräch. »Ich bin gerade dabei zu realisieren, wie viele Leute wirklich hinter mir standen«, so der designierte Bürgermeister. 58,13 Prozent der Wähler waren es am Ende, auf Mitbewerber Frank Stein entfielen nur 41,87 Prozent.

Eine große Anspannung sei am Sonntagabend von ihm gefallen, berichtet Manuel Rosenke. Zum Ende eines neunmonatigen Wahlkampfes hin sei er immer dünnhäutiger geworden. Umso mehr freue er sich, dass sich der Einsatz gelohnt habe und »man mich so wahrgenommen hat, wie ich bin«.

Was die Zeit bis zur Amtseinführung angeht, will Rosenke die verbleibenden Monate nutzen, um wichtige Themen schon intensiv zu begleiten. Als Beispiele nennt er das Gewerbegebiet Annerod, die Jägersplatt IV und die innerörtliche Verdichtung. Aber auch danach gibt es laut des Verwaltungsfachmanns allerhand zu tun: Ausbau und Verbesserung des Betreuungsangebotes, das Zusammenbringen von Jung und Alt, Klimaschutz - um nur einiges zu nennen.

Frank Stein wird sich all dem weiterhin als Kommunalpolitiker annehmen. Denn als Gemeindevertreter und Albacher Ortsvorsteher will er sich weiter engagieren. »Aufhören kommt für mich nicht infrage«, sagt der 51-Jährige. Warum er nicht mehr Wähler überzeugen konnte? Stein hat es noch nicht vollständig analysiert, aber die CDU habe in Fernwald auf kommunaler Ebene eben nicht das Wählerpotenzial wie andernorts.

Außerdem hätten im Vergleich zur Wahl vor sechs Jahren Unterstützer wie die Grünen und die FDP gefehlt. Was Letztere angeht, hatte sich nur Peter Steil für Frank Stein ausgesprochen, nicht aber der Ortsverband.

Weil das Rosenke-Lager am Wahlabend in der Fernwaldhalle deutlich in der Überzahl war und die wenigen Christdemokraten lange auf sich warten ließen, hatten viele den Eindruck, dass es dem Albacher am Tag der Entscheidung an Unterstützung aus den eigenen Reihen fehlte. Auf Nachfrage weist Stein das vehement zurück. »Ich habe das gewusst. Die haben sich alle bei mir abgemeldet«, sagt er. Die Mehrheit sei in Wahlvorständen aktiv gewesen, andere hätten berufliche Verpflichtungen gehabt. Sein Team habe den Wahlkampf mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und der Manpower »ganz gut gemeistert«. Stein: »Wir haben bis zum Schluss gekämpft.«

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Betrübte Gesichter bei Familie Stein (oben links), Freudestrahlen bei Manuel Rosenke und seiner Frau Kathrin (oben rechts). An die 100 Besucher verfolgen am Sonntagabend gespannt die Präsentation der Ergebnisse in der Fernwaldhalle (unten).

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