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Der gemeinsame Auftritt beider Chöre unter Leitung von Torsten Schön.

Ambitioniert und stimmgewaltig

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Gießen/Allendorf (son). Riesenapplaus brandete in der Thomas-Morus-Kirche in Gießen am Samstagabend auf. Die stehenden Beifallsbekundungen des begeisterten Publikums waren der verdiente Lohn für ein hochkarätiges Konzert des Nederlands Concert Mannenkoor (NCM) und des Gemischten Chors TeuTonia aus Nordeck.

Nachdem beide Chöre zunächst gemeinsam das von dem Dirigenten des niederländischen Chores geschriebene "Jesu, joy of man’s desiring" intoniert hatten, zeigte der 86-Mann starke NCM, warum er als einer der besten Männerchöre der Niederlande im Amateurbereich gilt. Zunächst in Begleitung des großartigen Pianisten Jan Lenselink brachten die Männer, die sich derzeit auf Konzertreise durch Deutschland befinden, "Heart divine" von Antonin Dvorak und "You are the new day" von John David zu Gehör. Wunderbar gefühlvoll vorgetragen, ganz ohne Instrumentalbegleitung, das beliebte Chorstück "Das Morgenrot" von Robert Pracht. Da entfaltete der Chor seine ganze Stimmgewalt. Desgleichen bei der "Vesper" von Ludwig van Beethoven. Als Solist tat sich Tenor Folkert Vreeken bei "Let there be peace on earth" von Sy Miller hervor. Als ruhigen Schlusspunkt des ersten Konzertteils hatte der NCM das polnische Abendlied "Dobra Noc" gesetzt.

Die Sänger des NCM kommen aus allen Teilen der Niederlande und Mitglieder lokaler Chöre. Alle drei Wochen treffen sie sich in Harderwijk im Zentrum des Landes. Dirigiert werden sie von dem in den Niederlanden bekannten Dirigenten, Komponisten und Arrangeur Jimco Zijlstra.

Von Händel bis Uusberg

Ein besonderes Schmankerl waren die von Organist André van Vliet und Pianist Jan Lenselink vorgetragenen Intermezzi. Nach ihrem ersten Zwischenstück, in dem die beiden Vollblutmusiker Variationen verschiedener Mozartwerke zu Gehör brachten, betrat der Gemischte Chor TeuTonia aus Nordeck die Bühne, der als heimischer Partnerchor bei diesem Konzert mitwirkte. Dieses ambitionierte Ensemble seht seit vielen Jahren unter Leitung von Torsten Schön und hat sich inzwischen auf moderne Chorliteratur aus den USA, Skandinavien und dem Baltikum spezialisiert. So erfreute der Chor mit Werken wie "Ubi Caritas" von Hreidar Ingi Thorsteinson aus Island, und den von dem estnischen Komponisten Pärt Uusberg geschriebenen Werken "Muusika", "Öhtul" und "Miserere". Beim letzteren schwebte über dem Chor das von den Eva Schlotter dargebotene Dolo. Die Sopranistin beeindruckte auch als Solistin in "Solveigs Sang" von Edvard Grieg und "The prayer" von Carole B. Sager und David Foster. Begleitet wurde Schlotter von Organist Martin Gockel. Mitreißend waren die Spirituals "Alleluia" und "My soul’s been anchored in the Lord". Nach einem weiteren grandiosen Zwischenspiel von Lenselink und van Vliet begeisterte der niederländische Chor unter anderem mit dem Evergreen "The Rose", bevor beide Chöre gemeinsam unter Leitung von Torsten Schön einen wunderbaren, vielseitigen Konzertabend mit Händels "Dank sei Dir, Herr" ausklingen ließen.

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