Der Rückbau des Hüttenberger Hallenbades ist in vollem Gange. FOTO: PAD
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Der Rückbau des Hüttenberger Hallenbades ist in vollem Gange. FOTO: PAD

Altes Hallenbad bald Geschichte

  • vonPatrick Dehnhardt
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Hüttenberg(pad). Während in der jüngsten Sitzung der Hüttenberger Gemeindevertretung über den Hallenbadneubau diskutiert wurde, hat nur wenige Meter entfernt der Abriss des alten Gebäudes begonnen. Die Fenster sind bereits ausgebaut, ein Großteil der maroden Dachträger ist herausgehoben. Es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis auch die Wände verschwunden und das Schwimmbecken eingeebnet sein wird.

Bis die Lindener, Langgönser und Hüttenberger in einem neuen Schwimmbad planschen können, wird wohl noch viel Wasser den Kleebach herunterfließen. Denn bislang ist noch unklar, wie der Neubau aussehen soll. Diese und weitere Fragen sollen in einer Sondersitzung des Bauausschusses im Januar oder Februar in Zusammenarbeit mit den betroffenen Vereinen beraten werden, entschieden die Gemeindevertreter. Ein Fachbüro soll bereits bei diesen Gesprächen beratend zur Seite stehen, um von vornherein sagen zu können, was sowieso nicht möglich ist.

Bürgermeister Christof Heller sagte, dass bei der Variante, das Schwimmbad durch ein Generalunternehmen bauen zu lassen, das Projekt europaweit ausgeschrieben werden müsse. Dies würde gut ein halbes Jahr beanspruchen und müsse gut vorbereitet sein. Den Vorschlag für einen Architektenwettbewerb lehnte er ab: "Das wäre eine spannende Geschichte" - jedoch wären die vorgestellten Ideen wohl kaum zu finanzieren.

Passenderweise fand die Sitzung in den Bürgerstuben statt, dem nächsten Problemkandidaten. Noch kein halbes Jahrhundert alt, hat das Gebäude zahlreiche Mängel, insbesondere in Sachen Brandschutz und Heizung.

Norbert Lang (Freie Wähler) regte an, Gutachten zu beauftragen, die klären sollen, ob eine Schadstoffbelastung vorliegt und mit welchen Kosten bei der Sanierung zu rechnen sei.

Grüne sehen keine Dringlichkeit

Klaus Weber (Grüne) sah keine Dringlichkeit für eine zeitnahe Sanierung: "Wir sitzen hier und tragen keine Bauhelme. Es muss nicht alles sofort gemacht werden." Zudem seien die Bürgerstuben nicht das einzige Bürgerhaus in der Gemeinde mit Sanierungsbedarf. Wenn man diese alle anginge, sei der Haushalt über Jahre hinweg am Ende. Daher solle man sich auf den Brandschutz, die Lüftung und die Heizung konzentrieren, den Rest erst einmal verschieben.

Lang warnte davor, erst einmal mit der Sanierung zu beginnen und dann zu schauen, welche versteckten Probleme wartete: "Wenn wir erst etwas feststellen, wenn wir schon dran sind, gibt das eine Kostenexplosion ohnegleichen." Dies sei so bereits beim Bürgerhaus Reiskirchen und dem Feuerwehrhaus Hüttenberg der Fall gewesen.

Markus Lehnhardt (Freie Wähler) pflichtete dem bei: "Wer falsch anfängt, hört falsch auf." Es müssten Bauteile geöffnet werden, um deren Substanz zu prüfen. "Das wird im Nachhinein eine große Überraschung geben."

Bürgermeister Heller sagte, ein Gutachten koste rund 100 000 Euro. Volker Breustedt (SPD) sprach sich dagegen aus, "um 22.15 Uhr Millionen über die Kante zu bringen". Letztlich wurde das Thema zur weiteren Beratung in den Bauausschuss verwiesen.

Auch die neue Stellplatzsatzzung wird noch einmal im Bau- und Verkehrsausschuss beraten werden. Hans Kleinschmidt hatte vorgeschlagen, die Ablösesumme für Parkplätze deutlich zu erhöhen und die Gültigkeit zeitlich zu befristen. Nun soll geprüft werden, ob dies überhaupt rechtlich möglich ist.

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