Der Zustand der Waldhausstraße ist durchgängig schlecht. Doch Entscheidungen durch die Kreispolitik stehen noch aus. FOTO: SO
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Der Zustand der Waldhausstraße ist durchgängig schlecht. Doch Entscheidungen durch die Kreispolitik stehen noch aus. FOTO: SO

Alternativ ein Radweg?

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden ist marode. Sanierung? Teilsanierung? Teilsperrung für Autos? Neben diesen Überlegungen gibt es jetzt noch eine weitere: Umbau zu einem Radweg zwischen der Schmelz und Krofdorf.

Fest steht bislang nur zweierlei: In diesem Sommer sollen zwei Kilometer Straße zwischen Salzböden und der Schmelzmühle saniert werden. Der Kreis, dem das Sträßchen gehört, muss dafür rund 560 000 Euro in die Hand nehmen. Zum Zweiten sind sich alle darin einig, dass mit dem weitaus längeren Abschnitt der maroden Kreisstraße zwischen Krofdorf und der Schmelz ebenfalls etwas passieren muss. Nur was? Daran scheiden sich weiterhin die Geister.

CDU, FDP, AfD und Kommunalpolitiker aus Wettenberg und Lollar plädieren für ein Sanieren der Straße. Die Baudezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Christiane Schmahl von den Grünen favorisierte bislang eine Teilsanierung und das Übertragen des mittleren Abschnitts als Waldweg an Hessen Forst. Letzteres würde laut Fachdezernentin Schmahl rund 680 000 Euro kosten. Die beiden anderen Abschnitte sollten zurückgestuft und an die Kommunen übertragen werden. Neben den jetzt schon bereitgestellten 560 000 Euro im Salzbödetal wäre für den Abschnitt Krofdorf - Waldhaus nochmals eine Million Euro fällig.

Die SPD, stärkste Fraktion und Koalitionspartner der Grünen im Kreis, legt jetzt für die Strecke zwischen Krofdorf und Schmelzmühle eine weitere Idee auf dem Tisch: Der Ausbau der Straße als zweispurige Fahrradstraße mit betonierten oder asphaltierten Fahrstreifen und Schotter dazwischen. Dazu soll dieser Abschnitt für den Autoverkehr (außer für den Forstbetrieb) gesperrt werden.

Das jedenfalls stellt sich die SPD im Kreistag vor. Dieser geplante Radweg sei bereits jetzt in das Radwegeverkehrskonzept aufgenommen worden. das demnächst vorgelegt werde, sagte Sozialdemokratin Anette Henkel in der jüngsten Sitzung des Gießener Kreistags Ende Juni. Sie baut darauf, dass für den Rückbau der Straße respektive den Umbau zum Radweg quer durch den Krofdorfer Forst Fördermittel eingeworben werden können. Henkel sieht darin für die Gemeinde Wettenberg "eine weitere Attraktion für den Tourismus und die Naherholung, auch der Bürger im Gleiberger Land".

Dezernentin Schmahl sagte zu, diese Radwege-Alternativen zu prüfen. Auch ihr wäre es lieber, "keine Autos und Motorräder im Wald zu haben". An der Rückstufung zur Gemeindestraße respektive zum Wirtschafts- oder Radweg hält sie jedenfalls fest. Und verweist dabei auf die nachrangige Bedeutung der Straße. Ermessensspielraum sieht Schmahl hier nicht.

Doch der von SPD-Frau Henkel angesprochene "Mehrwert" für die Wettenberger und Lollar und andere Nutzer der Waldhausstraße wird längst nicht von allen so gesehen. Seit knapp einem Jahr liegen Anträge von AfD und FDP auf dem Tisch. Beide Kreistagsfraktionen werben dafür, die Straße instandzusetzen und für Pkw-Verkehr durchgängig befahrbar zu halten. Auch die CDU vertritt diese Position angesichts der Funktion für Naherholung und Tagestourismus. Erst recht nach einem Ortstermin wenige Tage vor der Kreistagssitzung. Die AfD hatte ihren Antrag dieser Tage zurückgestellt; FDP und CDU verständigten sich auf einen gemeinsamen Antrag.

CDU-Fraktionschef Claus Spandau plädiert dafür, dass der Kreis mit Lollar und Wettrenberg eine Planung abstimmt für das Offenhalten der Straße. Bis Ende 2020 sollte dies geklärt sein und ein Plan für die Zukunft der Straße vorliegen, mahnt der Oppsitionschef zur Eile angesichts der Jahre währenden Vorgeschichte. Werde man sich da nicht einig, dann sollte der Kreis die Straße eben behalten, so der Oppositionschef. Dabei sollte die Holzabfuhr ebenso berücksichtigt werden wie unterschiedliche Ausbaustandards. Weitere Idee der Opposition: Den Einsatz von Fördermitteln aus dem Kommunalen Investitionsprogramm zu prüfen. Da dämpfte Kreisbeigeordnete Schmahl jedoch schnell die Erwartungen.

Die SPD-geführte Koalition im Kreistag hat die Oppositions-Initiativen abgelehnt. "Nicht vonnöten", wurde der CDU von SPD-Sprecherin Henkel beschieden: Die Angelegenheit sei seitens der Verwaltung auf dem Weg.

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