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Alte Musik in uralten Mauern

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Verwunschene Lieder" an einem scheinbar verwunschenen Ort: Ein Konzert wie aus dem Bilderbuch erlebten am Sonntagnachmittag rund 90 Zuhörer in der Klosterruine Arnsburg. Unter einem strahlend blauen Himmel, bei angenehmen Temperaturen auf der in wohltuenden Schatten getauchten Wiese und einer Szenerie, in die sich nur hin und wieder das leise Gezwitscher der Vögel oder das sanfte Brummen eines Motorflugzeuges mischte, gastierte das Vokalensemble "LaCappella 2.0".

Unter der Leitung von Veronika Bauer interpretierte der junge Frauen-Kammerchor aus Friedrichsdorf-Burgholzhausen anspruchsvolle Literatur aus vergangenen Jahrhunderten und nahm sein Publikum dabei mit auf eine aufregende Weltreise. Diese führte die stimmlich brillant disponierten 18 Sängerinnen u. a. nach Israel, Irland, Schottland zum Mittelmeer und - natürlich - nach Deutschland.

Bei einigen Stücken wurde das Ensemble von Sebastian Weiß am Schlagwerk begleitet. Vor allem der "Skye Boat Song" - ein schottisches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert, das als Titelmusik der TV-Serie "Outlander" in jüngster Zeit zu ungeahnter Popularität kam - gewann durch Cajon und Becken enorm an Fahrt.

Romantische Texte

Man sah es den Sängerinnen an: Sie haben sich ein Repertoire erarbeitet, das ihnen gut in die Kehle passt und obendrein mächtig Spaß macht. Ebenso wie ihre Chorleiterin trugen alle Akteurinnen luftig-leichte schwarze Kleidung und muteten mit ihrem barfüßigen Auftritt wie aus einer vergangenen Zeit an. Das passte auch optisch gut zu Texten wie etwa jenen von Hildegard von Bingen, Eduard Mörike oder Joseph von Eichendorff.

"LaCappella 2.0" steht für neue Entwicklungen des Klangkörpers, sowohl in musikalischer als auch in organisatorischer Hinsicht. "Wir sind für unsere Konzerte immer auf der Suche nach alten Orten", erläuterte Veronika Bauer gegenüber dieser Zeitung. Die Wahl sei abermals auf das ehemalige Zisterzienserkloster gefallen, nachdem der Chor inmitten dieser Kulisse bereits im Sommer 2016 gastiert und später dort auch ein Video aufgenommen hatte. Die Zuhörer, die es sich am Sonntag coronabedingt auf mitgebrachten Decken und Stühlen in gebührenden Abständen zueinander bequem gemacht hatten, vermochten nur zu ahnen, welches Höchstmaß an stimmlicher Schulung ein solches Konzert voraussetzt. Langer Beifall und ein gut gefüllter Spendenhut für den Chor und den Förderverein Kloster Arnsburg zeugten von großer Begeisterung. ik/Foto: ik

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