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Peter Kupetz

Als Wegweiser aktiv

  • Alexander Geck
    VonAlexander Geck
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Lich (age). Peter Kupetz heißt der erste Klimaschutzmanager der Stadt. »Das ist eine wichtige Personalie für die Stadt«, sagte Bürgermeister Dr. Julien Neubert am Dienstag bei dessen Vorstellung. Kupetz sei eine Anlaufstelle für Bürger wie Politiker. Für die Schaffung dieser Stelle habe er sich schon im Bürgermeisterwahlkampf eingesetzt.

Er sei froh, dass er nach seinem Amtsantritt im Januar 2020 die Gelegenheit gehabt habe, diese Stelle im damals noch zu verabschiedenden Haushalt einbringen zu können. Durch die Corona-Krise sei dieser Posten allerdings gesperrt worden, sodass die Besetzung erst zum 1. Juli möglich gewesen sei.

Kupetz sei unter den »sehr vielen Bewerbern« ausgewählt worden, weil er viel Erfahrung in diesem Bereich vorweisen könne, Visionen habe, kreativ sei, pragmatisch agiere und gut vernetzt sei, erläuterte der Rathauschef.

Eine Säule von Kupetz’ Tätigkeitsbereich sei die Reduzierung der CO2-Emissionen. So könnten beim Wärme- und Stromverbrauch sowohl die Bürger als auch die Stadt einen Beitrag leisten. Die Kommune werde deshalb bei allen Liegenschaften wie Dorfgemeinschaftshäusern, Kindergärten oder Kläranlagen prüfen, ob eine Aufrüstung möglich sei - vor allem, was Fotovoltaikanlagen und Solarthermie angehe, aber auch die Anschaffung von Elektroautos als Dienstfahrzeuge.

Man müsse aber auch die Bürger dazu bringen, einen Beitrag zu leisten. Kupetz nannte als erstes Projekt die Schaffung einer Förderrichtlinie, welche die Installation von PV-Anlagen und Solarthermie finanziell unterstützt. Das avisierte Volumen liege bei 100 000 bis 150 000 Euro.

Auch bei der Auflegung neuer Baugebiete wie den »Gutleutsgärten« gebe es viel Potenzial zur Steuerung, so könne etwa die Art der Energieversorgung im Bebauungsplan festgeschrieben werden.

Ein weiteres Aufgabenfeld sei die Beratung. So schwebt Kupetz etwa eine Veranstaltungsreihe vor, die Fragen zu Heizungstechnik, E-Mobilität und Ähnlichem behandelt.

In Arbeit ist außerdem bereits ein Quartierkonzept. Dabei wird ein Stadtteil ausgesucht, in dem eine energetische Sanierung besonders großen Nutzen verspricht. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Lich habe sich mit Muschenheim beworben, eine der zehn infrage kommenden Kommunen zu werden. Mit dem dortigen Masterplanmanager habe man schon entsprechende Gespräche geführt, sagte Kupetz.

Kupetz kommt aus Lahnau, hat zunächst Energie- und Wärmetechnik an der heutigen THM in Gießen studiert, hat sich an der Universität Bielefeld weitergebildet, ist seit 25 Jahren als Energieberater tätig und absolviert derzeit zusätzlich noch ein berufsbegleitendes Masterstudium auf dem Gebiet der Sanierung und Revitalisierung von Gebäuden. »Ich komme aus der Technik und habe dann zu den Erneuerbaren gewechselt«, sagt er. Seit zweieinhalb Jahren ist er in der Licher Verwaltung im Gebäudemanagement tätig.

Hinsichtlich der nun von ihm übernommenen Aufgaben sieht sich Kupetz als Wegweiser. Wichtig ist dem Klimaschutzmanager, dass angemessene Ziele verfolgt werden. Für die Team-Entscheidungen ist er bestrebt, gute Argumente vorzulegen. Die Stelle wird die nächsten drei Jahre zu 75 Prozent vom Bund gefördert und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden. Neuberts Ziel ist es, dieses Aufgabenfeld zu verstetigen. FOTO: GECK

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