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Warten auf die Vorgaben der Politik: Dr. Roland Baetzel, Egon Kellermann und Kurt Hillgärtner vom Vorstand des Heimatvereins Allertshausen, der die 800-Jahr-Feier des Dorfes organisiert. Das Foto zeigt sie an der von Andreas Schmidt geschaffenen Holzskulptur, die auf das Dorfjubiläum und das 50-Jährige des Angelvereins aufmerksam macht. FOTO: TB

Alles, nur keine exklusive Sache

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Dem Sektempfang im Januar folgte ein übler Kater: Covid-19 hat die Planungen für die 800- Jahr-Feiern in Stangenrod und Allertshausen torpediert. Was also tun mit dem angebrochenen Jubiläum? Wie verhindern, dass man drauflegt? Fragen, die im Mai endgültig beantwortet werden sollen. Fest steht aber für die Verantwortlichen schon heute: Infrage kommt nur eine Feier, an der alle teilnehmen können.

In "Klein-Marburg", wie der Rabenauer Ortsteil Allertshausen dank seiner exponierten Lage auch genannt wird, organisiert ein eigens gegründeter Heimatverein die 800-Jahr-Feier. Der hatte das Jubiläumsprogramm "komplett durchgeplant", als vor wenigen Wochen dann die Corona-Krise alles über den Haufen warf. Zumindest die ersten Veranstaltungen, der Kommersabend an diesem Samstag, der Gemarkungsrundgang im Mai sowie einige der "eingebetteten" Vereinsfeste, mussten abgesagt werden.

Das Verbot von Großveranstaltungen gilt bekanntlich bis 31. August. Doch der Jubiläumshöhepunkt, der Stehende Festzug, ist erst Ende September terminiert. "Die Planungen laufen weiter", schickt Kurt Hillgärtner im GAZ-Gespräch voraus. Der Alt- und Ehrenbürgermeister gehört dem Vereinsvorstand an. Wie dieser soeben beschlossen hat, soll am 4. Mai endgültig die Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen. Zu diesem Datum wird der nächste Bund-Länder-Gipfel über weitere Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie befunden haben.

Dass er die Chancen für den Festzug jedoch als "sehr gering" einschätzt, daraus macht Hillgärtner kein Geheimnis. In diesem Fall würde auch das Highlight der Feier ins Jahr 2021 verschoben. Größere Hoffnungen hegt er dagegen für die Fotoausstellung - geplant im November.

"Auch wenn es sich nur um einen vierstelligen Betrag handelt, das tut schon weh", kommt der Schatzmeister des Vereins auf die Finanzen zu sprechen. Den Ausgaben, etwa für die zum Freundschaftspreis gehandelte Dorfchronik, stehen schließlich fürs Erste keine Erlöse aus Veranstaltungen gegenüber.

Zunächst aber drehen sich die Gedanken der Jubiläums-Planer vor allem darum, wie es überhaupt weitergeht, wann eine Rückkehr zur Normalität möglich sein wird.

Sorgen, die man wenige Kilometer südwärts teilt: Auch im 800-jährigen Stangenrod hängen die Verantwortlichen in der Luft, wissen nicht, ob sie überhaupt noch ihre Planung umsetzen können. Wie in Allertshausen sollte am Wochenende eine erste große Veranstaltung stattfinden. In der alten Wehrkirche, deren urkundliche Ersterwähnung den Impuls für die Feier gegeben hatte. Die Eröffnungsfeier wie auch die erste von vier übers Jahr verteilten Feldbegehungen am 10. Mai mussten abgesagt werden. Ob das komplette Festprogramm gecancelt und auf 2021 verschoben wird, das hat der Vorstand des Vereins "800 Jahre Stangenrod e. V." in der Vorwoche ausgiebig diskutiert. Doch am Ende stand die Vertagung: Mitte Mai ist jetzt "Deadline". Vorsitzender Christian Aff zur GAZ: "Das tut uns nicht weh, und wir verbauen uns nicht die Chance, im Jubiläumsjahr wenigstens den einen oder anderen Programmpunkt umzusetzen."

In Stangenrod will man also die Lage genau beobachten, um zeitnah zu befinden, wie weiter zu verfahren sei. Die Vorgaben der Politik setzen natürlich auch hier den Rahmen. Grundsätzlich stellt Aff aber schon mal klar: "Wir feiern nur, wenn jeder, wenn Jung und Alt mitfeiern kann." Eine exklusive Sache im Wortsinne wird diese "Geburtstagsfeier" also in keinem Fall.

Verhindert Covid-19 dieses Ziel, dürfte das komplette Programm ins nächste Jahr verlegt werden. Was zwar schade, aber kein größeres Problem sei: "Die Konzepte stehen, bei einer Absage können wir darauf zurückgreifen." Für den Festzug muss dies bereits Anwendung finden, sollte er doch in der "verbotenen Zeitzone", am 23. August, stattfinden. Wie für alle Termine, so gilt aber auch hier: "Verschoben ist nicht aufgehoben." Nur wann was und in welcher Form nachgeholt wird, bittet Aff um Verständnis, das sei eben noch nicht zu sagen.

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