Vor allem um die Feuerwehr ging es jetzt bei den Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss. 	FOTO: VH
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Vor allem um die Feuerwehr ging es jetzt bei den Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss. FOTO: VH

Zähes Ringen um jeden Euro

  • vonVolker Heller
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Allendorf (vh). Im Haushalt 2021 der Stadt Allendorf/Lumda klafft noch eine Finanz- lücke von gut 173 000 Euro, so hoch ist der Fehlbetrag im ordentlichen Ergebnis. Dass die Fraktionen bei ihren alljährlichen Haushaltsberatungen um jeden Euro zäh ringen, ist eine lang gepflegte Tradition. Daran ändern auch besondere Umstände wie eine Corona-Krise mit zweitem Lockdown rein gar nichts. Der Finanzausschuss tagte nicht öffentlich im Bürgerhaus. Brunhilde Trenz (BfA/FDP) leitete die Sitzung. Gemäß der Tagesordnung sollte beraten und entschieden werden.

Theoretisch hätten die sechs anwesenden Ausschussmitglieder einen 23 DIN-A4-Seiten umfassenden Fragenkatalog, aufgestellt von den Fraktionen, durcharbeiten müssen. Das wiederum hätte wohl für drei Sitzungen gereicht. Finanzchef Jürgen Rausch, er hatte die meisten Fragen bereits schriftlich beantwortet (und im Fragenkatalog mit roter Farbe notiert), mahnte mehrfach ein höheres Arbeitstempo an. Nach einer zehn- minütigen Corona-Vorschrifts-pause ging es dann etwas zügiger, sodass nach zweieinviertel Stunden Brunhilde Trenz die Sitzung beschließen konnte. Letztlich wurde nur wenig entschieden, aber umso mehr diskutiert.

Wie üblich hatten die Belange der Freiwilligen Feuerwehr einen größeren Zeitbedarf. Irgendwann stand die unvermeidbare Frage, gerade wegen Kosteneinsparung, bezüglich der Zukunft des Standorts Nordeck im Raum. Dazu hatte der anwesende Stadtbrandinspektor Michael Carl jedenfalls eine glasklare Meinung. So lange wie er in Allendorf Feuerwehrchef sei, werde er sich für die beiden Feuerwehr-Standorte in der Kernstadt und Nordeck einsetzen. Der Ausschuss diskutierte den dicksten Finanzbrocken aus dem Feuerwehr-Paket. Der Mannschaftstransportwagen (MTW), Baujahr 2000, muss Anfang Februar zur TÜV-Abnahme.

Reicht eine Reparatur?

Wie Carl erläuterte, sei es bezüglich vorhandener Mängel, die er benannte, keinesfalls sicher, ob der TÜV die Zulassung verlängere. Möglicherweise käme eine Reparatur zu teuer. Andererseits brauche die Feuerwehr den Wagen unbedingt, da wegen Corona- Regeln im großen Löschfahrzeug von neun vorhandenen momentan nur sechs Sitzplätze genutzt würden. Außerdem werde das Fahrzeug für die Arbeit mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr benötigt. Die Atemschutzgeräteträger würden damit nach Gießen zum Üben gefahren - und für dieses Fahrzeug brauche man nur den B-Führerschein.

Für Carl wäre die Neuanschaffung eines MTW die sinnvollste Variante. Dafür kalkulierte er 35 000 Euro. Hinzu kämen für die Sonderausrüstung weitere 10 000 bis 15 000 Euro. Andere Möglichkeiten wie der Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs oder die Leasing-Variante, wurden ergebnislos diskutiert. Reiner Käs (FW) schlug vor, falls die zu erwartende Reparatur dann 2000 Euro kosten würde (die Zahl stand als grobe Schätzung im Raum) und der TÜV um zwei Jahre die Nutzungsdauer verlängere, sei doch allen gedient.

Marcel Schmidt (CDU) fand die ebenso einfache wie praktikable Problemlösung. Die ortsansässige Autowerkstatt könne doch mal nachgucken, ob eine Reparatur für lediglich 2000 Euro realistisch sei oder nicht. Bürgermeister Thomas Benz (FW) griff den Faden auf: »Bei uns hier auf die Rampe fahren und gucken lassen. Das sollte bis zum 15. Februar möglich sein«, dann tagt das Stadtparlament.

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