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Der Vorstand des Vereins Lumdatalbahn hofft anlässlich des Jahrestages der bisher letzten Fahrt auf eine baldige Reaktivierung der Strecke.

Wiederinbetriebnahme fest im Blick

  • vonVolker Heller
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Allendorf (vh). Am Samstag, 30. Mai 1981, um 14.17 Uhr stellte die Deutsche Bahn den Schienenverkehr auf der Lumdatalbahn ein. Der Vorstand des Vereins Lumdatalbahn erinnerte jetzt am Samstag an diesen historischen Termin. Als Ort des Treffens wählte man den freien Platz gegenüber dem ehemaligen Bahnhof Allendorf/Lumda. Zwar hatte die Lumdatalbahn an jenem Tag im Mai 1981 ihren letzten Halt am Bahnhof Londorf.

Momentan wächst dort aber viel Grünzeug und das Gleis ist so gut wie unsichtbar.

Vereinsvorsitzender Manfred Lotz erinnerte, seit 40 Jahren ruhe der Personennahverkehr auf der Bahnstrecke. Über drei Jahrzehnte bemühten sich Bürger für dessen Wiederinbetriebnahme. Lotz sprach auch im Namen der Familie Hofmann, die den Schulbauernhof Tannenhof an der Straße nach Allertshausen betreibt. Man wünsche sich die baldige Reaktivierung, weil Klassen aus Südhessen und sogar Süddeutschland anreisten.

2. Vorsitzender Friedrich Lang erörterte den Fahrplan der Achtzigerjahre, 702 Reisende pro Werktag und Richtung hätten die Lumdatalbahn genutzt. Das Angebot habe die Bahn mit damals sieben Zugfahrten pro Werktag und Richtung sogar erweitert. Wie Lang sagte, sei nicht der Fahrgastschwund, sondern der Glaube an das Auto als alleiniges Verkehrsmittel der Zukunft Anlass für die Allianz von Regierung und Bundesbahn-Direktion gewesen. Der Bund habe lieber Fernstraßen gebaut, die Bahn mit Schnellfahrtstrecken geliebäugelt. Abschiedsfahrten im ländlichen Raum seien nicht selten gewesen, bedauerte Lang. Der Zugführer der letzten Fahrt im Lumdatal war Paul Hanl (Beuern).

Gabi Waldschmidt-Busse, Vereinsmitglied und Stadtverordnete, berichtete über ihre Anfrage zur Reaktivierung beim hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Dieser hatte geantwortet, die Lumdatalbahn sei von seinem Hause Anfang 2021 für eine Aufnahme in das Bundesprogramm angemeldet worden. Im Falle eines positiven Bescheids fördere der Bund bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, das Land Hessen ergänze die Förderung durch eine Komplementärfinanzierung. Al-Wazir erwähnte auch, man habe die Lumdatalbahn dem Bundesverkehrsministerium als Modellvorhaben für Testrechnungen im neuen Bewertungsverfahren vorgeschlagen.

Schnell und pünktlich

Vereinsmitglied Christa Becker gab sich überzeugt, ein schneller und pünktlicher Personennahverkehr sorge auch für Entwicklung im ländlichen Raum. Menschen siedelten sich an. Vereinsmitglied und DGB-Kreisvorsitzender Klaus Zecher nannte den Verdrängungswettbewerb für Wohnungen im Speckgürtel von Gießen. Gerade im ländlichen Lumdatal könnten junge Leute und Familien wohnen.

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