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Vier Windräder stehen aktuell bei Dreihausen - hier die Ansicht von der Feldgemarkung Daubringen aus.

Werden es zwölf Windräder?

  • VonVolker Heller
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Allendorf (vh). Vier Windräder stehen bereits oberhalb von Dreihausen und liefern Strom. Mit den Vorarbeiten für den Windpark im Stadtwald Staufenberg östlich davon wurde kürzlich begonnen. Dieser Bürgerwindpark mit drei Windrädern soll 2022 in Betrieb gehen. Auf dem Höhenzug jedoch ist noch mehr Platz für Windenergie. Der Ortsbeirat Nordeck-Winnen hatte zur jüngsten Sitzung die Vertreter der Bürgerinitiative Ebsdorfergrund »Wald ohne Windkraft« ins Bürgerhaus Nordeck eingeladen.

Im ausgewiesenen Windvorranggebiet 3141 sei momentan die Genehmigung für zwölf Windräder beim Regierungspräsidium Gießen beantragt worden, hieß es.

BI-Sprecher Klaus Neebe, Jürgen Müller und Karl-Ludwig Kier teilten ihre Befürchtung mit, dass im Vorranggebiet künftig noch weitere Windräder beantragt würden. Sie stellten klar, man könne das aktuelle Verfahren kaum noch verhindern, aber sehr wohl kritisch begleiten und auf die verschiedenen Nachteile und mögliche Gefahren hinweisen. Die Bürgerinitiative befürchtet nämlich, insbesondere die Belange der Natur- und Tierwelt könnten im Genehmigungsverfahren eine untergeordnete Rolle spielen. Drei der zwölf beantragten Windräder würden auf Flächen von Waldinteressenten aus Allendorf/Lumda und Nordeck gebaut. Eines davon werde nur 700 Meter vom Waldkindergarten Nordeck stehen. Die BI-Vertreter erläuterten die Nachteile eines Windparks im Wald, inbesondere die Abholzung und Wegeverbreiterung, die Bodenverdichtung, Betonklötze im Waldboden, die Gefahr für das Grundwasser (Trinkwasser) durch Abholzen und das Verdichten von Flächen.

Kier stellte fest: »Da wird gerade ein Naherholungsgebiet zum Industriegebiet umgewandelt«. Der neue Premium-Höhenwanderweg führt dort vorbei. Wer aber wolle sich Windparks anschauen, fragt er. Bürgschaften für den etwaigen Rückbau halte er für zu niedrig, so Kier. Im allgemeinen ist es der BI wichtig, dass keine Folgekosten auf die Kommunen beidseits des Höhenzugs abgewälzt werden. Was, wenn eine Trinkwasserquelle versiege, wie das Negativbeispiel Ulrichstein im Vogelsberg gezeigt habe. Müsse die hiesige Feuerwehr etwa spezielle Fahrzeuge zusätzlich anschaffen, fragte Kier weiter. Wie ein unter den Zuhörern sitzender Vertreter des Projektierers Juwi-Gruppe informierte, werde ein Gutachter die Örtlichkeiten prüfen. Möglicherweise würde Juwi dann eine Löschwasserzisterne bauen müssen. Für die Öffentlichkeit werde es noch eine Informationsveranstaltung geben (Termin offen). Im laufenden Genehmigungsverfahren sollten die Bürger ihre Einwände äußern.

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