Wasser wird teurer

  • vonVolker Heller
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Allendorf(vh). Das Gesetz über kommunale Abgaben schreibt den Kommunen eine regelmäßige Kalkulation der Gebühren vor. Kosten für Frisch- sowie Schmutz- und Niederschlagswasser wurden in Allendorf/Lumda zuletzt im November 2018 angepasst. Ab 1. Januar 2021 gibt es wieder neue Zahlen für zwei Jahre. Der städtische Finanzausschuss hat einstimmig die Neukalkulation gebilligt.

Demnach wird der Kubikmeter Frischwasser künftig 2,75 Euro kosten (bisher: 2,53 Euro), der Kubikmeter Schmutzwasser 3,92 Euro (bisher: 3,18 Euro) und der Quadratmeter Niederschlagswasser 67 Cent (bisher: 68 Cent). Jürgen Rausch, Leiter Fachbereich Finanzen, gab zusätzliche Informationen.

Ab dem kommenden Jahr sollen die bisher noch nicht sanierten Kanäle bis 2023 mit der Kamera befahren werden. Dafür sind bis zu 160 000 Euro eingeplant, pro Haushalt rund 55 000 Euro. Der Schadensumfang bleibe bis zuletzt das "große Fragezeichen". Beim Frischwasser steige die Zahl der Rohrbrüche aufgrund von Trockenheit seit anderthalb Jahren konstant. 2020 habe der finanzielle Schaden etwa 100 000 Euro betragen, jeweils 75 000 Euro seien für die nächsten Jahre eingeplant, so Rausch.

Die Mehrwertsteuersenkung (6000 bis 8000 Euro Minderkosten für die Verbraucher) werde vorläufig nicht weitergegeben, weil die neue Kalkulation ohnehin vorläufig sei und nach Ablauf ihrer Gültigkeit endberechnet werde. Dabei fließe dann die Steuersenkung ein, sagte Rausch.

Der Ausschuss diskutierte noch, ob man alternativ zur Verbrauchsgebühr die Grundgebühr beim Frischwasser anheben solle. Rausch informierte, dass die Fixkosten konstant blieben. Sparten die Leute also Wasser ein - "die Allendorfer und Rabenauer sind sparsame Leute" (Rausch meinte den Wasserverbrauch) - werde womöglich keine Kostendeckung erreicht.

Zu Allendorfs Wasserversorgung zählen ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst, fünf Quellen, Hochbehälter und die Versorgung dreier Bergdörfer. Das alles mit seit zehn Jahren stabiler Grundgebühr. Trotz mehr Wasseranschlüssen sei der Verbrauch zurückgegangen, sagte Rausch. Bedingt durch geringeren Durchfluss in den Leitungen, könne sich Sediment absetzen.

Rausch ermittelte für 100 Kubikmeter Frischwasser jeweils höhere Gebühren beim laufenden Verbrauch und der Grundgebühr. Erstaunlicherweise betrug die Mehreinnahme in beiden Fällen etwa 20 Euro.

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