Zugewuchert ist der Climbacher Forstgarten. Nun gibt es Bestrebungen, das Idyll wieder zugänglich zu machen. FOTO: VH
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Zugewuchert ist der Climbacher Forstgarten. Nun gibt es Bestrebungen, das Idyll wieder zugänglich zu machen. FOTO: VH

Mit vereinten Kräften

  • vonVolker Heller
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Allendorf(vh). Der Ortsbeirat Climbach hat sich in seiner Sitzung mit dem Forstgarten beschäftigt. Wie es scheint, sind die Climbacher mit ihrem ehemals akademischen Forstgarten ihrer Zeit voraus gewesen. Wenn nämlich dieser Tage wegen des Klimawandels nach geeigneten Bäumen Ausschau gehalten wird, hat man im Bergdorf einen Vorsprung.

Anfang der 1960er Jahre wurde der Forstgarten mit dem Ziel angelegt, Erfahrungen zu sammeln mit bislang unbekannten, meist aus Nordamerika stammenden Gehölzen wie Douglasie, Kalifornische Küstentanne, Schwarznuss, Trauerweide, Sicheltanne, Hemlocktanne, Schwarzkiefer und Platane. Das nach Norden abfallende Gelände war damals kaum nutzbar, da von vielen Quellen durchzogen. Eine davon führt ihr Wasser zum alten Pumpenhäuschen, das soeben eröffnet wurde. Der Forstgarten wurde von engagierten Bürgern gepflegt, bis 1971 Climbach mit Allendorf zusammenging. Fortan verließ man sich auf den städtischen Bauhof.

Jahrzehnte vergingen, und ein zweites Mal war das Gelände kaum nutzbar, da mittlerweile zugewuchert und unzugänglich. 2010 schließlich verkündete Ortsvorsteher Heinrich Nagel, dass der Forstgarten wieder auf Vordermann gebracht werden solle. Man engagierte das Planungsbüro Dr. Jochen Karl (Treis).

Rund 30 Climbacher Freiwillige machten sich gemäß Karls detaillierten Vorgaben ans Werk. Es flossen Fördergelder in fünfstelliger Höhe.

Ortstermin wird vorbereitet

2012 konnten wieder Besucher in der Naturidylle umherwandeln. Aktuell ist das Gelände wiederum zugewuchert und unzugänglich.

Mit vereinten Kräften soll nun ein Neustart gewagt werden, aber so, dass der Forstgarten nicht schon wieder in einen Dornröschenschlaf fällt. Ortsvorsteher Gernot Schäfer machte klar, man benötige dauerhaft Engagierte. Mit ein paar Arbeitseinsätzen zur Wiederherstellung sei es nicht getan.

Werner Burk, damals unter den Freiwilligen, erläuterte dem Ortsbeirat deren damalige Begeisterung. Leider sei der damals hergestellte Zustand nicht aufrechterhalten worden; mit Heinrich Nagel sei gewissermaßen auch der Forstgarten gestorben. Er schlug vor, an Dr. Karls Plan anzuknüpfen.

Helmut Wißner skizzier- te die Notwendigkeit eines systematischen Vorgehens: Bestandsaufnahme machen, überlegen, was man tun wolle, und auf die Kosten achten. Bauamtsleiter Dieter Hilbert fuhr weiter fort. Man müsse ein Ziel vor Augen haben bezüglich der erneuten Wiederherstellung.

Dazu brauche man am besten einen Motor, vielleicht eine Bürgerinitiative. Man solle den Ursprungsplan beachten, die Untere Naturschutzbehörde mit ins Boot holen und zuerst eine grobe Zuwegung schaffen, um das Gelände einmal genauer besichtigen zu können.

Eine Ortsbesichtigung wird nun vorbereitet. Teilnehmen sollen Dr. Karl, Bauamtsleiter Hilbert, ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, Försterin Kotschenreuther und interessierte Climbacher.

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