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Facebook-Vorwürfe

"Unhaltbare Zustände"? Schule im Kreis Gießen erstattet Anzeige

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Nach massiven Vorwürfen eines Mannes auf Facebook hat die Gesamtschule in Allendorf/Lumda nun Anzeige wegen Verleumdung erstattet. Von "unhaltbaren Zuständen" könne keine Rede sein.

Der Standort Allendorf der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) setzt sich gegen massive Vowürfe auf Facebook zur Wehr. Dort hatte ein Mann, nach Angaben der Schule der Lebensgefährte der Mutter eines Schülers, kürzlich behauptet, es gebe an der Gesamtschule "unhaltbare Zustände". Auch von "Morddrohungen" war die Rede.

Wie der Leiter des Schulstandorts, Ralf Achenbach, gegenüber dieser Zeitung bestätigte, hat die Schule am Montag Anzeige wegen Verleumdung erstattet. Mit der Mutter des Kindes habe er ein ausführliches Gespräch geführt.

Die Vorwürfe hätten ihn verwundert, denn weder die Mutter oder der Lebensgefährte noch der Schüler, der sich als Opfer von Gewalt sehe, hätten vor dem Facebook-Post das Gespräch mit Schulleitung oder Schulsozialarbeitern gesucht. Der Schüler habe behauptet, sich nach einem angeblichen Übergriff an einen Aufsicht führenden Lehrer gewandt zu haben. Er habe aber weder dessen Namen noch den des mutmaßlichen Schlägers nennen können.

Brief an alle Eltern

Generell nehme man solche Vorfälle ernst, doch von einem Gewaltproblem an der Einrichtung mit etwa 250 Schülern könne keine Rede sein, so Achenbach. "Wir sind nicht überlastet", auch habe man in zwei Schulsozialarbeitern mit halber Stelle geeignete Ansprechpartner. Mit einem Brief hat sich die Schulleitung nun an alle Eltern gewandt, um Klarheit zu schaffen, sagte Achenbach. "Wir haben darin betont, dass die Schulleitung jederzeit bereit ist, mit Eltern ins Gespräch zu kommen." Man müsse "nicht alles glauben, was im Internet steht". Bei den Vorwürfen handle es sich um "Fake News".

Wie es nach der Verleumdungsanzeige weitergeht, erklärt Polizeisprecher Jörg Reinemer: Das für Internet-Ermittlungen zuständige Kommissariat werde den Sachverhalt nun prüfen und dem Betreffenden Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Je nach Ausgang werde der Fall dann an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Außerdem, so Reinemer, sei die Polizei inzwischen der Frage nachgegangen, ob es kürzlich tatsächlich aktenkundige Fälle von Gewalt an der Schule gegeben habe. Fazit: Zumindest aus den vergangenen Wochen seien der Polizei keine solchen Vorfälle bekannt. Auch seien keine Anzeigen erstattet worden.

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