Toleranzschild an der Gesamtschule

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Allendorf (pm). Eine bunt gefiederte Taube hängt seit wenigen Tagen im Eingangsbereich der Gesamtschule in Allendorf. Das von Schülern der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) entworfene Motiv dürfte inzwischen vielen bekannt sein. Ist es doch - mit Unterbrechung - seit einem halben Jahr an allen Ortseingängen Allendorfs zu sehen. Mit Unterbrechung deshalb, weil Unbekannte die Toleranzschilder kurz nach deren Aufstellung im November abmontiert und gestohlen hatten (die GAZ berichtete).

Der höchstwahrscheinlich politisch motivierte Diebstahl hatte seinerzeit eine Vielzahl ziviler Gegenreaktionen hervorgerufen. Schüler der CBES gestalteten zum Beispiel »Interimsschilder« für die nunmehr verwaisten Schildhalterungen.

»Das Entwerfen der Schilder und die Reaktionen auf deren Diebstahl zeigen beispielhaft, was jeder von uns tun kann, wenn es darum geht, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere freiheitliche Demokratie einzusetzen. Egal wie alt oder jung man ist«, so Ralf Achenbach, Standortleiter der CBES Allendorf. Der Zeitpunkt der Schild-Einweihung am Samstag war bewusst gewählt. Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der Befreiung Deutschlands vom NS-Regime. Für Achenbach ein guter Tag, um Lehren aus der Geschichte zu ziehen und diese auf die Gegenwart zu beziehen. Denn auch die NS-Herrschaft sei nicht über Nacht entstanden. Vielmehr sei sie das Ergebnis einer schleichenden Entwicklung gewesen, die nur möglich war, weil sie unsere Gesellschaft zugelassen habe. Finanziert wurde das Schild vom Demokratieförderprojekt »DABEISEIN in den Gießener Lahntälern«, in dessen Lenkungsgremium auch die CBES-Schulstandorte vertreten sind.

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