Die Räume der neuen Ausgabestelle der Tafel Allendorf/Lumda im Bürgerhaus der Kernstadt (Bahnhofstraße 16).
+
Die Räume der neuen Ausgabestelle der Tafel Allendorf/Lumda im Bürgerhaus der Kernstadt (Bahnhofstraße 16).

Tafel jetzt im Bürgerhaus

  • vonVolker Heller
    schließen

Allendorf(vh). Die Ausgabestelle Allendorf/Lumda der Tafel Gießen hatte am Donnerstag dieser Woche erstmals wieder geöffnet. Zudem ist sie in das Bürgerhaus in der Bahnhofstraße 16 umgezogen.

Die bisherigen Räume im Pfarrhof der evangelischen Kirchengemeinde wurden im März wegen der Corona-Krise aufgegeben. Abstandsregeln und Hygienepläne hätten die ehrenamtliche Tafel-Mit- arbeiter um Koordinatorin Christel Reeh im Pfarrhof nicht umsetzen können. Bürgermeister Thomas Benz schaute nach Abhilfe und wurde alsbald fündig.

Im rückwärtigen Teil des Bürgerhauses (hinter der Bühne) gab es zwei ungenutzte Räume die praktischerweise nebeneinander liegen. Die separate Eingangstür befindet sich linksseitig am Sozialtrakt des Feuerwehrgerätehauses. Die Räume wurden für ihre künftige Verwendung zweckdienlich renoviert, die Tafel ist mittlerweile dorthin umgezogen. Das im Pfarrhof vorhandene Mobiliar und die beiden Kühlschränke (jene spendeten die Kirchengemeinde und der Förderverein Sozialstation) machten den Umzug mit.

Holger Claes, Leiter Diakonisches Werk Gießen, dankte Pfarrer Schröder und der Kirchengemeinde für die langjährige Gastfreundschaft. Am 23. Mai 2013 war im Pfarrhof die Außenstelle Allendorf eröffnet worden.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Claes erläuterte die Corona-Regeln. Beim Warten vor der Eingangstür ist der Mindestabstand einzuhalten, beim Betreten der Räume gilt die Maskenpflicht, es wird jeweils nur ein Kunde bedient. Claes dankte den ehrenamtlichen Tafelhelfern, die bereits im Pfarrhof dabei waren und es jetzt erneut tun. Die Tafel sei auf unentgeltliche Mitarbeit angewiesen. Mit dem Projekt Tafel werden genießbare Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet, Menschen mit geringem Einkommen unterstützt, "dass es ihnen ein bisschen besser geht". Mit dem eingesparten Geld könne dann vielleicht ein Kinobesuch oder die Teilnahme an einer Schulfreizeit bezahlt werden, erläuterte Claes.

Bürgermeister Benz sagte, das Thema Tafel beschäftige ihn seit Amtsantritt im Rathaus. Zusammen mit Christel Reeh habe er überlegt, was zu tun sei, um mehr Nutzer für die Tafel zu werben. Es sei nämlich noch Luft nach oben. Er habe beispielsweise an alle Haushalte Informationsflyer verteilen lassen.

Claes vermutete, die etwas abseitige Lage des Bürgerhauses führe nun vielleicht zu mehr Kundschaft. Im Dorfkern habe sich mancher wohl nicht getraut. Pfarrer Schröder sah allerdings darin keinen zwingenden Hinderungsgrund.

Während der Corona-Pause habe die Gemeinde einige Male Lebensmittelgutscheine ausgegeben, auf Initiative des Kirchenvorstands in einem Gesamtwert von etwa 800 Euro. Schröder erwähnte jene "unsichtbaren Ehrenamtlichen" der letzten Monate, die für die Tafel gespendet hätten, hauptsächlich Geld (einmal sogar 200 Euro, eine Frau hatte Brote selbst gebacken). Rückblickend könne er vom Tafel-Team sagen, diese Ehrenamtlichen hätten spürbar gerne zusammen gearbeitet.

Wie Anna Conrad, Tafel-Beauftragte der Diakonie, informierte, habe das Lieferauto der Tafel während der Pause zweimal im Pfarrhof Station gemacht. Am neuen Ausgabe-Standort sind 15 ehrenamt- liche Mitarbeiter tätig. Sie betreuen bedürftige Menschen aus der Kernstadt und den Stadtteilen. Kunden kommen ebenso aus Treis, Kesselbach, Londorf, Rüddingshausen und Allertshausen. Geöffnet ist donnerstags von 14.30 bis 16.30 Uhr. Für ein Beratungsgespräch, in dem die Bedürftigkeit geklärt wird, muss der Neukunde sich zwingend bei der Diakonie anmelden (Telefon: 06 41/2 50 30 76).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare