Streit um Haus geht weiter

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Allendorf(jwr). Wie geht es weiter mit dem sanierungsbedürftigen Haus mit Sozialwohnungen in der Lindengasse? Der Streit um die Zukunft der städtischen Liegenschaft hat sich kürzlich im Finanzausschuss fortgesetzt.

In einer Fragerunde zum Haushaltsentwurf wurde auch zu einem Vermerk nachgehakt, demzufolge vorgesehe Fördermittel von rund 50 000 Euro im Dezember vom Parlament "ersatzlos gestrichen" worden seien (die GAZ berichtete). Fraglich war, was es mit diesem Vermerk auf sich hat.

Wie sich im Ausschuss zeigte, hatte die Verwaltung einen Prüfauftrag an den Magistrat hinsichtlich eines möglichen Verkaufs offenbar so interpretiert, dass damit auch die Mittel gestrichen würden.

CDU und SPD kritisierten abermals, die Verwaltung habe ihre Hausaufgaben nicht gemacht, sei auch die vorgesehenen Alternativvorschläge für die Fördergeld-Verwendung schuldig geblieben. Bürgermeister Thomas Benz (FW) bestritt dies. Unterschiedlich interpretierten die Fraktionen, ob man sich zuvor im Ältestenrat darauf verständigt habe, die Sanierung des Hauses anzugehen.

Alternativen für Mieter angemahnt

Diskutiert wurde auch, wie erheblich die Schäden am Dach des Gebäudes sind. Während Sandra Henneberg (Grüne) klarstellen wollte, "dass das Dach dicht ist", sagte Hauptamtsleiterin Christina Fricke: "Wir haben festgestellt, dass es reingeregnet hat." Der Mieter einer Wohnung habe sich daher ans Rathaus gewandt.

"Wir sind uns alle einig, dass das Haus sanierungsbedürftig ist", äußerte sich Bürgermeister Benz, und weiter: "Bevor man das Dach anfasst, sollte man sich erst um die Menschen kümmern." Auch die Fraktionen betonten unisono, es sei nun das Wichtigste, für die Mieter zeitnah eine Alternative zu eröffnen. Grünen-Fraktionschefin Henneberg mahnte ein Gesamtkonzept an. Die vom Architekturbüro Seidel & Muskau ausgearbeiteten Zahlen zu möglichen Sanierungskosten seien "als Entscheidungsgrundlage unbefriedigend".

Ihr Fraktionskollege Helmut Wißner forderte, nun zügig mit den Mietern zu sprechen. Man könne allerdings "nicht in drei Wochen eine Entscheidung übers Knie brechen", gab der Bürgermeister zu bedenken.

Jürgen Rausch, Leiter der Finanzabteilung, sagte, das Zeitfenster für eine Dachsanierung mit den ursprünglich dafür vorgesehenen Fördermitteln sei "eigentlich zu". Dazu müsse die Maßnahme dieses Jahr umgesetzt werden. "Die Gefahr ist groß, dass wir am Ende des Tages die Mittel nicht mehr verwenden können", so Rausch weiter.

Wie eine mögliche Alternative für die Mieter aussehen soll und wie die Stadt langfristig mit dem Haus in der Lindengasse verfahren wird, scheint weiter völlig offen.

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