Um besser planen zu können, wo Handlungsbedarf besteht, soll in Allendorf ein Straßenzustandskataster erstellt werden. Das Foto zeigt die erste Bauphase der Sanierung der Climbacher Ortsdurchfahrt. ARCHIVFOTO: JWR
+
Um besser planen zu können, wo Handlungsbedarf besteht, soll in Allendorf ein Straßenzustandskataster erstellt werden. Das Foto zeigt die erste Bauphase der Sanierung der Climbacher Ortsdurchfahrt. ARCHIVFOTO: JWR

Straßenkataster rückt näher

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
    schließen

Allendorf(jwr). Wie soll die Sanierung von kommunalen Straßen in der Stadt künftig finanziert werden? Bislang sind einmalige Straßenbeiträge vorgesehen, eine weitere Option sind wiederkehrende Beiträge - oder aber die Abschaffung der Beiträge und statt dessen die Finanzierung über kommunale Steuern. Im Juni hatten die Allendorfer Grünen eine Abschaffung der Straßenausbaubeiträge beantragt. Im Parlament wurde daraufhin vereinbart, zunächst ein Straßenzustandskataster zu erstellen. Damit will sich die Kommunalpolitik einen Überblick über künftige Sanierungsbedarfe verschaffen.

Wahl aus drei Angeboten

Drei Unternehmen haben sich für die Erstellung des Katasters im Bauausschuss vorgestellt - bereits im Juli referierten Vertreter der Büros Zick-Hessler (Wettenberg) und ADN Consulting (Pohlheim), kürzlich war nun Kommunal-Consult Becker (Pohlheim) an der Reihe. Thomas Becker, Gründer des Büros, eröffnete dem Ausschuss neue Perspektiven auf die kommunalen Straßen: Der Bauausschuss tagte in Climbach, passend dazu hatte das Büro zuvor die Straßen des Stadtteils mit einem Fahrzeug mit mehreren Kameras samt GPS-Systemen abgefahren. Aus diesen Daten wurden Panoramabilder erstellt, mit denen sich Straßenschäden detailliert erfassen lassen.

Becker empfahl, Sanierungs- und Reparaturbedarfe in einem Ampelsystem zu erfassen und hatte dies für Climbach schon vorbereitet. Die Ausschussmitglieder sahen eine Karte mit ein paar grün markierten, vor allem aber roten und gelben Straßenzügen. Bei einer grundhaften Erneuerung sei eine "Mehrspartenanalyse" zu empfehlen, die auch den Untergrund mit in den Blick nimmt. Eine Straßenbefahrung in der gesamten Kommune inklusive Zustanderfassung sei "eine Sache von Wochen", sagte Becker. Über konkrete Maßnahmen müsse aber natürlich die Politik entscheiden.

Die Präsentation überzeugte den Ausschuss, wie in der anschließenden Diskussion deutlich wurde. "Wir haben drei Anbieter gesehen, jeder hat sich ein Bild gemacht. Wir haben auch schon Geld in den Haushalt eingestellt", sagte Reiner Käs (FW). Damit sei die Basis geschaffen - und die Bauverwaltung müsse entscheiden, mit welchem Angebot sie am besten arbeiten könne. "Ich weiß, was die Stadt braucht, das maße ich mir an", sagte Bauamts-Vertreter Dieter Hilbert. Er plädiere für Kommunal-Consult Becker, "damit kann ich am besten arbeiten". Je eher eine Entscheidung falle, desto besser.

Einstimmig empfahl der Ausschuss dann dem Bürgermeister, dem Büro den Auftrag zu erteilen. Laut Hilbert stehen im Haushalt für die Erstellung des Straßenkatasters 28 000 Euro zur Verfügung. Alle drei Angebote lägen deutlich darunter, wobei jenes von Kommunal-Consult mit rund 13 000 Euro deutlich am günstigsten sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare