Die Allendorfer Straße in Climbach war zuletzt schon ein Sanierungsfall. Für alle Gemeindestraßen soll nun ein Kataster erstellt werden. FOTO: VH
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Die Allendorfer Straße in Climbach war zuletzt schon ein Sanierungsfall. Für alle Gemeindestraßen soll nun ein Kataster erstellt werden. FOTO: VH

Straßenkataster für Allendorf

  • vonVolker Heller
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Allendorf(vh). Der Bauausschuss hat sich jetzt kundig gemacht über das Aufstellen eines Straßenkatasters. Dafür stellten zwei Fachbüros ihre Konzepte vor, der Ausschuss entscheidet, wer den Auftrag bekommt, wenn sich auch ein drittes präsentiert hat.

Dem vorausgegangen war die Sitzung des Stadtparlaments im Juni. Die Fraktion der Grünen hatte beantragt, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen. In Allendorf gibt es zurzeit die Einmalbeiträge für die Anlieger der von Reparatur oder Sanierung betroffenen Straße mit ihren Nebenanlagen. Dazu zählen Gehwege, Plätze und Parkflächen. Das Parlament diskutierte darüber ohne konkretes Ergebnis. Man beschloss stattdessen, zunächst ein Straßenkataster aufzustellen.

Mehrere Varianten

Darin soll jede einzelne Straße der vier Stadtteile Eingang finden. Berücksichtigt werden alle Kategorien, also die gemeindeeigenen Straßen wie auch die Kreis- und Landesstraßen.

Insgesamt umfasst die Straßenlänge im Allendorfer Stadtgebiet 28 Kilometer. Wenn das Kataster angefertigt worden ist, soll das Parlament nochmals beraten, ob die Stadt bei den Einmalbeiträgen bleibt oder auf wiederkehrende Beiträge umsteigen soll. Die dritte Variante wäre die Abschaffung gemäß dem Antrag der Grünen.

Um das Straßenkataster aufzustellen, benötigte Bauamtsleiter Dieter Hilbert die Hilfe von einem Kooperationspartner. Insgesamt drei Büros haben sich dafür beworben. Dem Bauausschuss stellten sich jetzt Zick-Hessler (Wettenberg) und ADN Consulting (Pohlheim) vor. Der dritte Mitbewerber ist mit seiner Präsentation in der kommenden Sitzung am 14. August an der Reihe.

Binnen Wochenfrist soll dann der Auftrag für die Erstellung eines Straßenkatasters vergeben werden, informierte Hilbert. Dafür stünden 50 000 Euro im städtischen Haushalt. Dieses Werk in digitaler Form, es besteht aus Grafiken mit ergänzenden Fotos oder Videos sowie der Einzelbewertung einer jeden Straße soll den Stadtverordneten Hilfestellung bieten für die bevorstehende Entscheidung.

Im Verlauf dieser äußerst informativen Sitzung des Bauausschusses, bei der gerade auch der Bauamtsleiter mittels hoher Sachkenntnis eine gute Figur abgab, gab es die eine oder andere Überraschung. Beiträge, ob einmalige oder wiederkehrende, werden stets fällig bei der grundhaften Sanierung wie etwa derzeit in Climbach: Die Anlieger zahlen Einmalbeiträge für die Nebenanlagen und Hausanschlüsse, den Bereich der Straßenfläche zahlt der Landkreis. Benötigte die schadhafte Straße nur Flicken (im Patchverfahren), Risse (mittels Heißpressluft) oder eine Erneuerung der obersten Schicht (Deckschicht), würden keine Beiträge erhoben.

Diese Investition müsste die Stadt aus dem laufenden Haushalt finanzieren und hierzu bei Bedarf die Grundsteuer B erhöhen. Im Falle der Abschaffung von Beiträgen würde auch eine Grundsanierung durch allgemeine Steuern zu stemmen sein.

Rohre groß genug?

Zick-Hessler und ADN erläuterten dem Bauausschuss ihre je eigene Vorgehensweise. Zick-Hessler als Ingenieurbüro ist auf dem neuesten Stand der digitalen Technik. Bei ADN verteidigt man das erfahrene Auge eines menschlichen Gutachters vor Ort in der Kombination mit Datenverarbeitung. Grundsätzlich bewerten beide Büros jeweils die Straßen und darunterliegende Kanäle nach den gesetzlichen Zustandsklassen.

Das Verschneiden der Straßenzustandsdaten mit der Erfassung der Kanäle gemäß Eigenkontrollverordnung ergibt eine Empfehlung für die Art und Weise der Reparatur oder Sanierung. Zick-Hessler bewertet noch zusätzlich die Hydraulik, ob alte Kanalrohre für den heutigen Bedarf noch groß genug dimensioniert sind. ADN hat den Vorteil, bereits ab dem Jahr 2008 für die damalige Einführung des doppischen Haushalts ein Straßenkataster erstellt zu haben. Jenes müsste aktualisiert und ergänzt werden.

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