Die Firma Nickel ist laut Vertrag auch für die Renaturierung des Steinbruchs nach Ende des Abbaus verantwortlich.	FOTO: JWR
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Die Firma Nickel ist laut Vertrag auch für die Renaturierung des Steinbruchs nach Ende des Abbaus verantwortlich. FOTO: JWR

Basaltwerk

Steinbruch in Allendorf/Lumda: Langzeit-Pacht für Firma Nickel

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Das Allendorfer Parlament hat nun die Neufassung eines Pachtvertrags für den Steinbruch gebilligt. Eine ordentliche Kündigung ist erst in 30 Jahren möglich. Auch Tourismus spielt eine Rolle.

Die Johannes Nickel GmbH & Co. KG aus Nidda bleibt Pächterin des Allendorfer Steinbruchs am Totenberg und kann dort weiter Basalt abbauen. Die Stadtverordnetenversammlung hat am Montag der ausgehandelten Neufassung des Vertrags bei einer Gegenstimme zugestimmt und den Magistrat mit dem Abschluss beauftragt.

Der letzte Pachtvertrag stammte ursprünglich aus dem Jahr 1979, der neue Kontrakt soll rückwirkend ab Anfang 2020 gelten. Ihm zufolge läuft die Pacht auf unbestimmte Zeit, eine ordentliche Kündigung ist erst in 30 Jahren möglich. Daran störte sich Sören Conrad (BfA/FDP): Er habe sich erkundigt und ihm sei kein Steinbruch bekannt, der eine so lange Pacht-Laufzeit habe.

Unter den anderen Fraktionen bestand dagegen weitgehend Einigkeit, dass man nicht noch einmal nachverhandeln sollte. »Das wäre ein Vertrauensbruch gegenüber der Firma Nickel, wir hätten das vor acht Wochen machen können«, sagte CDU-Fraktionschef Ulrich Krieb. Er verwies auf die Stellungnahme des beauftragten Planungsbüros, wonach ein ordentliches Kündigungsrecht erst nach 30 Jahren durchaus »branchenüblich« sei. Dies ergebe sich auch aus dem nötigen hohen Kapitaleinsatz des Pächters.

Neuer Pachtvertrag für Allendorfer Steinbruch: Auch Aufforstung geregelt

Karlheinz Erbach, SPD-Fraktionsvorsitzender, unterstrich, dass bei Vertragsverstößen eine außerordentliche Kündigung möglich sei. Die Firma Nickel sei aber schon lange Vertragspartner, »und ich kann mich nicht erinnern, dass es bisher Verstöße gab«.

Laut Vertrag gibt es eine feste Pacht je Jahr und Hektar. Die Stadt erhält ferner ein „Ausbeuteentgelt“. Bestandteil der Vereinbarung ist auch, dass das Unternehmen sich bei Pachtende um die Rekultivierung und Aufforstung des Areals kümmert. Überdies muss die Firma einen privatrechtlichen Vertrag mit einem anerkannten Naturschutzverein schließen, der diesem Zugang zum Betriebsgelände gewährt. Laut Parlamentsbeschluss erhalten Stadt und Stadtverordnete eine Abschrift dieses noch abzuschließenden Vertrags. Das Recht auf »ungehinderte« Besichtigungen durch städtische Vertreter nach Voranmeldung ist ebenfalls im Pachtvertrag festgeschrieben. Nickel verpflichtet sich, eine Zuwegung für Fußgänger in Richtung Totenhäuser Weg zu schaffen.

Auf Antrag der Fraktion BfA/FDP wurde der Beschluss am Montag noch einmal erweitert: Im Baumsaum am Südrand des Pachtgeländes kann die Stadt auf eigene Kosten einen »Naturpfad für Wanderer« einrichten. Dies soll noch vereinbart werden, laut der Fraktion hat sich die Geschäftsleitung aber schon einverstanden erklärt.

Ziel ist die weitere touristische Erschließung des Totenbergs samt der Steinzeithöhlen auf Treiser Gemarkung über Allendorfer Gebiet.

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