+
Der Nordecker Chor bei seinem Auftritt in Haina.

Sphärische Klänge und Lobpreisung

  • schließen

Allendorf (pm). Der Gemischte Chor TeuTonia Nordeck präsentierte dieser Tage unter der Leitung von Torsten Schön im historischem Ambiente des malerischen Klosters in Haina sein aktuelles Northern-Lights-Programm, das Werke junger zeitgenössischer Chorkomponisten aus Skandinavien, dem Baltikum und den USA in den Mittelpunkt stellt.

Mit "Solveigs Sang" von Edvard Grieg eröffnete die Sopransitin Eva Schlotter das Konzert. Gefühlvoll von der Empore herab und begleitet von Jens Amend an der Orgel interpretierte Eva Schlotter eindrucksvoll im Laufe des Konzerts noch Somewhere" aus der West-Side-Story und "The Prayer". Jens Amend, der künstlerische Leiter der Hainaer Klosterkonzerte, brachte an der Orgel virtuos drei Sätze aus Bachs Concerto a-Moll zu Gehör.

Mit "Ubi caritas" des Isländers Thorsteinsson begannen die Vorträge des rund 30 Stimmen zählenden Chores aus Nordeck, gefolgt von "Taaveti Laul", einer Vertonung des 104. Psalms Davids in estnischer Sprache, die den Lobpreis der Schöpfung thematisiert.

Schlotter und Amend als Solisten

Eine ergreifende Hommage an die Musik präsentierten sodann die Sängerinnen und Sänger mit dem Stück "Muusika" von Pärt Uusberg aus dem Jahr 2009; vorgetragen in estnischer Sprache mit einer ausgeprägten Dynamik und Feinfühligkeit - thematisiert es doch nichts weniger als den Ursprung des Klanges im Menschen selbst. Es folgte "Alleluja", ein mitreißendes Spiritual, in dem die Männerstimmen bewegt die frohe Botschaft verkünden.

Seine Vielseitigkeit stellte der Chor auch im dritten Block unter Beweis: Nach einem melancholischen, weichen "Only in Sleep" (Eriks Esenvalds, 2012) mit einem wundervollen Sopransolo von Eva Schlotter ließen es die Sängerinnen und Sänger mit dem anspruchsvollen Gospel "My Soul’s Been Anchored in the Lord" noch einmal so richtig krachen. Dabei interpretierte der Chor unter dem professionellen und präzisen Dirigat von Torsten Schön nicht nur rhythmisch mitreißend, sondern wusste auch mit beeindruckender Klangfülle zu überzeugen. Als Tenorsolist wirkte Clemens Pietzonka.

Zur Uraufführung gelangte das Chorwerk "Öhtul" von Pärt Uusberg. Eine achtstimmige Komposition, die eine faszinierende Abendstimmung beschreibt und diese in wunderschöne Harmonien umsetzt. Eine weitere Premiere war die Darbietung des Chorstückes "Away in a Manger" von Ola Gjeilo, ebenso mit einem schönen Sopransolo von Eva Schlotter.

Das Highlight für Chor und Publikum dürfte jedoch die Komposition des derzeit führenden lettischen Chorkomponisten Eriks Esenvalds gewesen sein: "Stars", ein achtstimmiger Satz, der unter Mitwirkung eines "Chores gestimmter Gläser" dargeboten wird. Nach akribischer und aufwändiger Vorbereitung unter der Leitung von Torsten Schön konnte das Ensemble erstmals dieses Chorwerk aufführen und erzeugte geradezu "sphärische Sternenklänge". Die Überlagerung der vokalen menschlichen Stimm- mit den klingenden Glasfrequenzen war magisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare