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So kann »Bergdörfer«-Anbindung gelingen

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Von: red Redaktion

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Mit einem Schweizer Postbus auf Achse im Lumdatal. © pv

Allendorf (pm). Mit einem ehemaligen Postbus aus der Schweiz wurden Bewohner aus Winnen, Nordeck, Allertshausen und Climbach kürzlich klimaschonend und umweltfreundlich zum Altstadtfest befördert (die GAZ berichtete). Ein überaus gelungener Versuch, wie der Lumdatalbahn-Verein als Initiator resümiert; dieser hatte den Busunternehmer Peter Linhart (Königstein/Taunus) mit seinem Youngtimer-Bus, Baujahr 2002, mit den Fahrten beauftragt.

Damit habe man den Bürgern im Lumdatal zeigen können, wie regelmäßige Anbindungen an die Bahnhöfe gewährleistet werden könnten, heißt es in einer Pressemitteilung. Es habe dazu mehrerer Planungen im Vorfeld und unter anderem der Genehmigung des Regierungspräsidiums Gießen bedurft.

Zufrieden mit dem Ergebnis von sieben Sonderfahrten zum Nikelsmarkt am Altstadtfest und gute Kritiken lassen für die Zukunft hoffen. Eine Frau aus Winnen berichtete, sie habe das Angebot großartig gefunden. »So stelle ich mir die Anbindung zum Bahnhof Allendorf vor - sonst haben wir nichts davon, wenn die Strecke reaktiviert ist.«

Ziel erreicht

Mit dem Rundverkehr um Allendorf habe der Verein gezeigt, dass es möglich ist, die Menschen für die Verkehrswende einzustimmen. Wenn in Social-Media-Kanälen bedauert werde, dass ihre Ortschaften nicht angefahren wurden, zeuge es doch davon, dass die Anbindung zu den Bahnhöfen sichergestellt und gewährleistet sein muss und dass Bedarf besteht, unterstrich der Lumdatalbahn-Vereinsvorsitzende Manfred Lotz. Die Strecke sei auch deshalb so gewählt worden, weil der Fahrgastverband Pro Bahn und der Lumdatalbahn-Verein in der Fortschreibung des regionalen Entwicklungsplanes Mittelhessen eine neue Querverbindung aus dem Ebsdorfergrund, kreisübergreifend über Winnen und Nordeck, Allendorf (Allertshausen und/oder Climbach) über Beuern zum nächsten Bahnhof (Buseck oder Reiskirchen) führen soll, forderten. Am Wochenende gebe es zurzeit keine Verbindung von und zu den sogenannten Bergdörfern aus Allendorf bzw. Rabenau/Londorf. Daher sei ein Umdenken nicht nur wichtig, sondern für die betroffene Bevölkerung dringend notwendig, so Lotz.

Mit der Reaktivierung der Strecke Lollar-Londorf und den Zubringern aus Rüddingshausen, Geilshausen, Odenhausen, Allertshausen nach Londorf sowie dieser geforderten Linie Ebsdorfergrund-Busecker Tal, die durch das Lumdatal führt, würde die Bevölkerung im oberen Lumdatal deutlichst profitieren. Man könnte den Autoverkehr durch das Lumdatal minimieren, zumal die Ortsdurchfahrten sehr viele Engstellen aufweisen. Es wäre ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raumes sowie für Klimaschutz und Mobilität.

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