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Der Nordkreis hat auch touristisch einiges zu bieten - etwa den herrlichen Blick von der Oberburg in Staufenberg.

Sechs Kommunen ziehen an einem Strang

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Allendorf/Buseck/Lollar/Rabenau/Reiskirchen/Staufenberg (vh). Es war durchaus eine lange Zeit: Eineinhalb Jahre haben die Touristiker des Vereins Gießener Land zusammen mit den Bürgermeistern von Lollar, Staufenberg, Allendorf/Lumda, Rabenau, Buseck und Reiskirchen sowie Kommunalpolitikern, Gastronomen, Gewerbetreibenden und letztlich Bürgern der Region die Köpfe zusammengesteckt, um ein Tourismuskonzept für den Nordkreis auf die Beine zu stellen. Nun steht das Konzept. Auf einer Abschlussveranstaltung im Sitzungssaal der Stadthalle Staufenberg wurde es vorgestellt.

Die Pläne, entstanden in zahlreichen Workshops und Gesprächen, sollen nun in die Lebenswirklichkeit übertragen werden. Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller erläuterte den Konzeptnamen "Gießener Lahntäler". Zum Nordkreis zähle das Lahntal und dieses gebe es natürlich nur einmal. Weil aber die Lumda, Salzböde und Wieseck in das Lahntal mündeten, passe die plurale Wortschöpfung wiederum, sagte Gefeller.

Der Tourismus, sagte Kirsten Steimel vom Beratungsbüro regioTrend, "ist heute ein harter Standortfaktor". Seit 2015 erziele der Nordkreis steigende Übernachtungszahlen. Mehr Interesse für die Region bringe schließlich auch mehr Arbeitsplätze, sagte Steimel.

Ähnlich sieht es Elke Hochgesand, stellvertretende Regionalmanagerin Gießener Land, sie versprach, das Papier werde nicht "in der Schublade" bleiben. Die bisherigen Konzeptergebnisse seien "rund" und sollten eine "aktivierende Wirkung" haben. Sie nannte einen Zusammenhang von Naherholung und daraus resultierend ein wirtschaftlicher Zugewinn über den Bereich Tourismus hinaus.

Dass eine Zusammenarbeit der Kommunen sinnvoll ist, betonte Busecks Bürgermeister Dirk Haas, im Tourismusbereich gebe es das auch schon lose. Immerhin liegt zwischen Lumdatal und Wiesecktal auch nur eine Hügelkette. Für einen Schmunzler sorgte Allendorfs Bürgermeister Thomas Benz als er von seiner Lieblingsroute erzählte, die jeder Bürgermeister benennen sollte. Seine sei eine zwölf Kilometer Mountainbike-Strecke in seinem Stadtgebiet. Die Climbacher bat Benz um Nachsicht, dorthin führe die Strecke nämlich nicht. "Der Anstieg ist zu steil."

Eine Segway-Tour probierte Busecks Bürgermeister aus: "Das geht bei uns, denn da ist es deutlich flacher", sagte Haas. Anette Kurth, Regionalmanagerin Gießener Land, sprach von den bereits vorhandenen klassischen Wandertouren: dem Lahnwanderweg und der Kelten-/Römerschleife.

Das Konzept will nun kleine Spazierwege und Touren für unterschiedliche Fortbewegungsarten mit Einkehrmöglichkeit anbieten. Ohnehin wird der Gastronomie ein hoher Stellenwert eingeräumt. Insgesamt erfahre so die Region eine Wertschöpfung. Und auch personell soll sich etwas tun. Angedacht ist die Stelle eines Kümmerers für den Nordkreis, den die Kommunen anteilmäßig bezahlen. Voraussetzung sei die finanzielle Förderung, so die Runde. Man versuche eine solche ausfindig zu machen. Rabenaus Bürgermeister Florian Langecker gab sich optimistisch: "Eine Projektphase ist anfangs immer abstrakt". Dass immerhin sechs Kommunen an einem Strang zögen, sei als solches bemerkenswert, bilanzierte die Runde.

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