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Schilder mahnen wieder zu Toleranz

Allendorf (keh). Autofahrer und Spaziergänger werden nun auch in Allendorf wieder von auffälligen Hinweistafeln begrüßt, die auf Toleranz und Vielfalt im Lumdatal aufmerksam machen. Bürgermeister Thomas Benz freut sich, dass die entwendeten Toleranz-Schilder an den Ortseingängen der Stadt Allendorf und ihren Stadtteilen ersetzt wurden. Ende Januar haben Bauhof-Mitarbeiter die Ersatztafeln an den vorübergehend verwaisten Metallhalterungen angebracht.

Bereits wenige Tage nach ihrer Montage im November waren die ursprünglichen Schilder gestohlen worden, sehr zum Entsetzen von Bürgermeister Benz: »Ich hatte mich darauf eingestellt, dass sie beschmiert werden. Aber dass alle fünf auf einmal weg sind - das ist ziemlich dreist.« Er vermutet, dass die Tat bislang Unbekannter politisch motiviert sei. Auf Anfrage erklärt er, dass es noch immer keine Hinweise auf die Täter gebe.

Schüler einer achten Klasse der Clemens-Brentano-Europaschule sorgten Anfang Dezember für Ersatz und beschrieben Tafeln aus Pappe. Das Motiv mit der bunten Taube hatte seinerzeit der Kunst-Leistungskurs entworfen. Benz bedankte sich für diese Initiative anlässlich der Einweihung der nachgedruck ten Schilder: »Die Schüler der Clemens-Brentano-Europaschule haben damit ein klares Zeichen für Demokratie und Weltoffenheit gesetzt.«

Initiative in Buseck und Reiskirchen

Auch Allendorfer Bürger zeigten sich nach dem Diebstahl ideenreich. Auf ihre Vorschläge hin wurden Poster und Aufkleber mit der bunten Friedenstaube gedruckt und im örtlichen Edeka-Markt sowie im Stadtbüro angeboten. Für zwei Euro konnten die Allendorfer Anstecker mit dem Motiv kaufen, der Erlös von bislang insgesamt 100 Euro ging an den Kinder- und Jugendbeirat. Benz freute sich über den Einsatz der Bürger: Je weiter die Botschaft um sich greife, desto schwerer könne sie von Demokratiefeinden ignoriert werden.

Wie auch ihre Prototypen wurden die Nachdrucke der Toleranz-Schilder von dem Demokratieförderprojekt »Dabeisein« finanziert. Das Projekt setzt sich unter anderem gegen demokratie- und menschenfeindliche Tendenzen in der Gesellschaft ein.

Auch in den Kommunen Buseck und Reiskirchen wird der Diebstahl der Tafeln als Angriff auf demokratische Werte gesehen. In einer Pressemitteilung erklären die Bürgermeister Dirk Haas und Dietmar Kromm, dass sie als Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Allendorf beschlossen haben, ebenfalls Toleranz-Schilder an den jeweiligen Ortseingängen aufzustellen. Diese könnten zwar die weltoffenen und demokratischen Einstellungen der Menschen nicht ersetzen, seien aber ein Symbol für diese Werte. Die Wiederaufstellung der Schilder in Allendorf sei ein Zeichen, diese Werte zu verteidigen, so die Bürgermeister.

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