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Mitglieder des Bauausschusses nehmen das kommunale Haus in Augenschein. FOTO: JWR

Haussanierung

Nach hitziger Debatte: Erleichterung nach Ortstermin

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Mitglieder des Bauausschusses in Allendorf/Lumda haben ein Haus angeschaut, über dessen Zustand in den vergangenen Wochen heftig diskutiert wurde. Nun gab es Entwarnung.

Viel und teils hitzig wurde in den vergangenen Monaten darüber diskutiert, wie mit dem städtischen Haus in der Lindengasse zu verfahren sei. Dort hält die Kommune Sozialwohnungen vor. Die Meinungen darüber, wie stark sanierungsbedürftig das Haus ist, gingen weit auseinander. Unter anderem war davon die Rede gewesen, das Dach sei undicht und müsse dringend erneuert werden.

Am Freitag trafen sich nun der Bauausschuss sowie weitere Vertreter der Allendorfer Kommunalpolitik, um sich gemeinsam einen Eindruck von der Bausubstanz zu verschaffen. Eingeladen waren auch Malermeister Harald Franke und Dachdecker Sven Henneberg, um aus fachlicher Sicht eine Einschätzung zu geben.

Auch ein Mieter gab Einblick in seine Wohnung. Derzeit sind zwei Wohnungen in dem Haus vermietet. Zwei weitere, die nach einem schweren Brand vor fünf Jahren saniert worden waren, stehen momentan leer.

Die Besprechung des Bauausschusses im Anschluss an den Ortstermin war auch von Erleichterung geprägt. Denn der Zustand des Hauses, das allerdings nicht komplett in Augenschein genommen wurde, ist, darüber herrschte weitgehend Konsens, besser als bislang befürchtet: "Ich bin eigentlich positiv überrascht. Meine Meinung ist: Das Dach ist dicht, nach Abriss sieht es nicht aus", sagte Ausschuss-Vorsitzender Lothar Claar (BfA/FDP).

Dringend müsse, wie am Freitag von mehreren Seiten betont wurde, ein Dachfenster ausgetauscht werden. Laut Dachdecker Henneberg könnten 1000 Euro dafür ausreichen. Seiner Ansicht nach sei es "nicht zwingend notwendig, am Dach etwas zu machen". Kleinere Ausbesserungsarbeiten könnten laut einer groben Schätzung Hennebergs für wenige Tausend Euro ausgeführt werden.

Ulrich Krieb (CDU) regte an, im Bereich des Dachbodens eine Dämmung einzubauen, um den Verlust von Heizwärme zu minimieren. Auch in den beiden zurzeit vermieteten Wohnungen sahen die Beteiligten Renovierungsbedarf. Malermeister und Baudekorateur Franke hält den Handlungsbedarf allerdings für überschaubar.

Noch kein Beschluss

"Wir werden da keine goldenen Wasserhähne verbauen, aber man muss was machen", sagte Bürgermeister Thomas Benz. Der Bauausschuss geht nun davon aus, dass eine Komplettsanierung des Hauses zurzeit wohl nicht nötig sein wird. Laut einer Schätzung des Architektenbüros Seidel und Muskau war bislang davon ausgegangen worden, dass notwendige Arbeiten am Haus mehrere Hunderttausend Euro kosten könnten. Allein für das Dach hatte eine Summe von 70 000 Euro im Raum gestanden.

Wie kam es zu diesen Zahlen? Benz erläuterte, der Auftrag an die Architektin sei gewesen, die Kosten einer Sanierung zu schätzen, von der man nun nicht mehr ausgehe. Stadtrat Reiner Placzko schlug vor, die Mieter könnten in die bereits sanierten Wohnungen umziehen, um die renovierungsbedürftigen Wohnungen in Ruhe zu begutachten und dort tätig zu werden. Ohnehin sei es "Geldverschwendung", wenn Wohnungen zu lange leer stünden, meinte Manuel Sult (FW)

"Egal, was wir jetzt tun: Darunter werden keine Menschen leiden", versicherte Benz. "Es wird niemand auf der Straße sitzen." Einen Beschluss fasste der Ausschuss am Freitag nicht.

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